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Elfenbeinküste Ivorer bejubeln Gbagbos Festnahme


Das war's für Laurent Gbagbo: Der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste ist festgenommen worden. Der Machtkampf in dem afrikanischen Land dürfte damit entschieden sein. In der umkämpften Stadt Abidjan brach Jubel aus.

Der blutige Machtkampf in der Elfenbeinküste ist vorbei. Nach monatelangem Widerstand wurde der abgewählte Präsident Laurent Gbagbo am Montag in seiner Residenz festgenommen. Das bestätigten sowohl der französische Botschafter in der Elfenbeinküste als auch die Sprecher von Gbagbo und des international anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara.

"Er ist mit seiner Familie und einigen Kollaborateuren hier", sagte Quattaras Sprecher aus dem Golf Hotel in Abidjan, wo Gbagbos Gegenspieler sein Hauptquartier hat. Später hieß es, der abgewählte Präsident sei "wohlauf". Verwirrung gab es um die Beteiligung französischer Truppen: Ein Vertreter des Pariser Verteidigungsministeriums sagte, die Rebellen hätten Gbagbo mit Hilfe französischer Soldaten und der UN-Friedenstruppen ergriffen. Andere Stimmen dementierten dagegen eine Beteiligung Frankreichs strikt.

Nach Beendigung des Militäreinsatzes brach in Abidjan Freudentaumel aus. Viele Menschen, die sich aus Angst vor den Kämpfen seit Tagen in ihren Wohnungen verbarrikadiert hatten, eilten jubelnd auf die Straße. Die Bevölkerung der Millionenmetropole hatte zunehmend unter Gewalt und Versorgungsengpässen gelitten.

Durch Angriffe der französischen Truppen war die Residenz des ivorischen Machthabers in Abidjan zuvor schon teilweise zerstört worden. Das Eingreifen Frankreichs sei zu verurteilen, sagte Gbagbos Jugendminister Charles Blé Goudé am Montag dem französischen Fernsehsender France 24. Ein Sprecher der UN-Mission in der Elfenbeinküste (Onuci) erklärte, die UN-Friedenstruppe sowie die französischen Truppen hätten gegen Zivilisten gerichtete schwere Waffen zerstören wollen. Goudé wies zurück, dass sich schwere Waffen in der Residenz befänden. Ein Sprecher Gbagbos warf Frankreich als ehemaliger Kolonialmacht der Elfenbeinküste vor, Gbagbo "ermorden" zu wollen.

Der französische Präsidentenberater Henri Guaino sagte dem Fernsehsender France 2, dass die Militärintervention von den UN angeordnet worden sei, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Die französischen Truppen operierten an der Seite der Onuci-Truppen, um ein Blutbad in Abidjan zu verhindern. Es sei nicht die Aufgabe Frankreichs, Gbagbo militärisch zu vertreiben.

Französische und UN-Kampfhubschrauber hatten am Sonntag und in der Nacht zum Montag den Präsidentenpalast sowie die Residenz Gbagbos und mehrere Militärlager angegriffen. Zuvor war das Hotel, in dem der international anerkannte Präsident Alassane Ouattara untergebracht ist, in Brand gesteckt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die Angriffe auf Gbagbos Stellungen angeordnet, da dieser Verhandlungen vor mehreren Tagen dazu benutzt habe, seine Truppen "umzugruppieren" und erneut schwere Waffen in Stellung zu bringen.

ben/AFP/Reuters Reuters

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