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Erdogan attackiert Westen vor Papstbesuch: "Sie freuen sich über den Tod unserer Kinder"

Hoher Besuch in Ankara: Papst Franziskus besucht die muslimische Türkei. Präsident Erdogan nutzte die weltweite Aufmerksamkeit aus. Öffentlichkeitswirksam attackierte er in scharfen Worten des Westen.

Laut dem türkischen Präsidenten Erdogan freue sich der Westen "über unseren Tod und über den Tod unserer Kinder"

Laut dem türkischen Präsidenten Erdogan freue sich der Westen "über unseren Tod und über den Tod unserer Kinder"

Hoher Besuch und scharfe Wort-Attacken: Die Visite des Papstes in der vorwiegend muslimischen Türkei hat den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht davon abgehalten, den Westen vehement zu attackieren.

Nur einen Tag vor dem Eintreffen des Oberhaupts der katholischen Kirche hatte Erdogan harte Worte verloren. Die Fremden hätten es nur auf die Reichtümer der Muslime abgesehen, sagte er bei einer Konferenz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul. "Die, die von außen kommen, mögen Öl, Gold, Diamanten, billige Arbeitskräfte sowie Gewalt und Streit", sagte der Präsident am Donnerstag. "Sie scheinen vordergründig unsere Freunde zu sein, aber freuen sich über unseren Tod und über den Tod unserer Kinder."

Erdogans Thoerien zur Entdeckung Amerikas

Erdogan war bereits in den vergangenen Wochen mit Kommentaren zur angeblich untergeordneten Rolle der Frauen und mit der Behauptung aufgefallen, muslimische Seefahrer hätten vor Christoph Kolumbus Amerika entdeckt, die weltweit mit Verwunderung aufgenommen worden war.

Die Maschine mit Papst Franziskus an Bord startete am Morgen vom Flughafen Rom-Fiumicino aus und ist inzwischen in Ankara eingetroffen. Gleich im Anschluss besuchte der Argentinier das Mausoleum von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk und legte dort einen Kranz nieder. Danach ging es zum umstrittenen Präsidentenpalast Erdogans - der Papst war das erste Staatsoberhaupt, das dort empfangen wurde. Am Samstag reist Franziskus weiter nach Istanbul. Es ist die sechste Auslandsreise des Papstes seit seinem Amtsantritt im März vergangenen Jahres.

ono/DPA / DPA