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Erneut Proteste in Syrien: Clinton fordert Ende von Folter und Willkür

In der syrischen Stadt Homs haben sich hunderte Menschen zu einem Protestmarsch versammelt. Sie gedachten der am Vortag in der Stadt getöteten Demonstranten. US-Außenministerin Clinton hat Syrien unterdessen aufgefordert willkürliche Festnahmen und Folter zu beenden.

Einen Tag nach der gewaltsamen Auflösung einer Sitzblockade in der syrischen Stadt Homs haben sich dort erneut hunderte Menschen zu einem Protestmarsch versammelt. Die Menge habe Slogans zur Ehre der am Vortag getöteten Demonstranten gerufen und den Sturz der Regierung gefordert, sagte ein Oppositionsaktivist am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Als Zeichen der Trauer sei ein Generalstreik ausgerufen worden. Sie hätten die Namen von acht getöteten Demonstranten, versicherte der Aktivist.

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte Syrien zu einem Ende von willkürlichen Festnahmen und Gefangenenfolterungen auf. Sie appellierte außerdem an das Regime von Präsident Baschar al-Assad, den politischen Dialog mit den Demonstranten zu suchen. Die syrische Regierung müsse "mit der Gewalt aufhören und in der Form von konkreten Aktionen einen ernsthaften Dialog einleiten, der beweist, dass sie ansprechbar ist für die legitimen Fragen, die das syrische Volk aufgeworfen hat", sagte Clinton in Washington.

Ein Menschenrechtsaktivist hatte zuvor von vier Toten gesprochen, nachdem die Sicherheitskräfte gewaltsam eine Sitzblockade auf einem zentralen Platz in Homs aufgelöst hatten. Die Teilnehmer an der Kundgebung wollten ausharren bis zum Sturz von Präsident Baschar el Assad. Als Reaktion auf die seit Wochen anhaltenden Proteste beschloss die syrische Regierung am Dienstag die Aufhebung des seit fast fünf Jahrzehnten geltenden Ausnahmezustands.

Auch in Aleppo kam es am Mittwoch zu erneuten Protesten. Aktivisten zufolge versuchten einige Dutzend Studenten in der Großstadt im Norden Syriens eine Kundgebung abzuhalten, doch wurden sie rasch auseinandergetrieben. Demnach wurden knapp 40 Studenten festgenommen und von Anhängern der Regierung misshandelt. Großbritannien empfahl unterdessen seinen Bürgern, angesichts der Verschlechterung der Sicherheitslage in Syrien das Land zu verlassen.

AFP/DPA / DPA