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Erster Prozess gegen Ben Ali: Anwalt will Aufschub beantragen

Der Prozess gegen Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali wird anscheinend mit einer Verschiebung beginnen. Der vom Gericht bestellte Anwalt des gestürzten Machthabers hatte noch keine Gelegenheit, mit seinem Mandanten Kontakt aufzunehmen.

Die Verteidigung des gestürzten tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali will am Montag zum Auftakt des Prozesses eine Verschiebung des Verfahrens beantragen. In dieser Zeit solle Kontakt mit dem Mandanten aufgenommen werden, um seine Verteidigung vorzubereiten, sagte der vom Gericht bestellte Anwalt Hosni Beji am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Der Prozess gegen Ben Ali, der sich in Saudi-Arabien aufhält, soll am Montag in Tunis beginnen. Er ist der Auftakt einer Reihe von Verfahren gegen den ehemaligen Staatschef und sein Gefolge. Dabei geht es zunächst um den Vorwurf, Ben Ali und seine Ehefrau hätten auf Kosten des Staates ein ungeheures Vermögen angehäuft.

Zuvor hatte Ben Alis libanesischer Anwalt Akram Asuri erklärt, der gestürzte Präsident weise alle gegen ihn vorgebrachten Beschuldigungen "entschieden von sich". Nach mehrwöchigen Protesten in Tunesien war Ben Ali im Januar ins Exil nach Saudi-Arabien geflohen. Die Behörden der tunesischen Übergangsregierung fordern seitdem die Auslieferung des Ex-Präsidenten und seiner Frau. Insgesamt liegen 93 Anklagepunkte gegen Ben Ali und seine Gefolgsleute vor. Die schwerwiegenderen wie Mord, Folter und Geldwäsche sollen später von einem Militärtribunal behandelt werden.

vim/AFP / AFP