Eta Bombenanschlag in Madrid


Nur Stunden vor dem Besuch des spanischen Königspaars in den Messehallen von Madrid ist auf dem Gelände eine Autobombe explodiert. Die Eta hatte den Anschlag vorher angekündigt.

Bei einem Bombenanschlag in Madrid sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben rund 22 Menschen leicht verletzt worden. Keines der Opfer habe schwere Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Zwei Menschen würden mit Schnittverletzungen und Blutergüssen im Krankenhaus behandelt.Sie seien von umherfliegenden Splittern getroffen worden. Etwa 40 Minuten vor der Detonation hatte ein anonymer Anrufer im Namen der baskischen Untergrundorganisation Eta vor dem Anschlag gewarnt.

In den Messehallen wollen König Juan Carlos, Königin Sofía und der mexikanische Präsident Vicente Fox am Abend die Internationale Kunstmesse Arco eröffnen. Die Eröffnung solle wie geplant stattfinden, hieß es.

Autonomieplan für das Baskenland wurde abgelehnt

Die Wucht der Explosion beschädigte mehrere Gebäude und geparkte Autos. Mehrere Bürohäuser nahe des Messegeländes im Nordosten Madrids wurden geräumt. Stunden vor dem Attentat waren bei einer Razzia gegen die Eta in mehreren Städten Spaniens mindestens zehn Verdächtige festgenommen worden.

Die Eta kämpft für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Sie wird von den USA und der Europäischen Union als Terrorgruppe betrachtet. Vor gut einer Woche hatte das spanische Parlament mit großer Mehrheit einen weit reichenden Autonomieplan für das Baskenland abgelehnt. Die Regierung sah in dem Vorstoß zur Gründung eines "Freistaats" den Versuch einer Abspaltung von Spanien. Nach dem Parlamentsvotum kündigte die baskische Regionalregierung vorgezogene Neuwahlen an.

Seit Ende der 60er Jahre fielen den Anschlägen und Attentaten der Eta mehr als 800 Menschen zum Opfer. Zuletzt hatte die baskische Untergrundorganisation am 30. Januar auf ein Strandhotel bei Alicante einen Bombenanschlag verübt. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.


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