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Eugene Goodman Held aus dem Kapitol spricht über Angriff der Trump-Anhänger: "Es hätte ein Blutbad geben können"

Eugene Goodman
Eugene Goodman bei der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden
© Lagencia / Imago Images
Polizist Eugene Goodman verhinderte am 6. Januar 2021 im Kapitol womöglich eine Katastrophe. Mehr als ein Jahr später erzählt er in einem Podcast seine Sicht der Dinge.

Über Eugene Goodman ist im vergangenen Jahr einiges gesagt worden. Sein Mut und Weitblick wurden gelobt, Goodman wurde von Politikern und Medien als "Held" betitelt, er bekam mit der Goldmedaille des Kongresses einen der höchsten zivilen Orden der USA verliehen. Beim Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 hatte der Polizist die wütenden Trump-Anhänger absichtlich vom Senatsplenum weggelockt und damit womöglich Schlimmeres verhindert. Senat und Kongress sollten an jenem Tag die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten bestätigen.

Doch während über den 41-Jährigen geredet wurde, hielt sich Goodman selbst stets bedeckt. Erst jetzt, nach mehr als einem Jahr, hat sich der Polizist erstmals zu den Ereignissen des 6. Januars in Washington geäußert. Im Podcast "3 Brothers, No Sense" sprach er über seine Sicht der Dinge. "Es hätte leicht ein Blutbad geben können", sagte Goodman. Dass es nicht so weit gekommen sei, sei dem Einsatz der Polizisten im Kapitol zu verdanken.

Eugene Goodman: "Ich habe einfach funktioniert"

Nach dem Sturm auf das Kapitol waren Videos viral gegangen, in denen zu sehen war, wie Goodman eine Gruppe aggressiver Kapitol-Stürmer aufhält und zurückdrängt. Später gab er vor, den Eingang zum Senatssaal schützen zu wollen, lockte den Mob so aber vom eigentlichen Aufenthaltsort der Senatoren fort. Außerdem warnte Goodman den Senator Mitt Romney, der sich in Richtung der Aufständischen bewegte.

Der Polizist selbst war von der Situation überrascht worden, wie er jetzt erzählte. "Ich wusste wirklich nicht, dass sie schon so weit im Gebäude waren", berichtete über das Aufeinandertreffen mit dem Mob. Einige der Personen seien "wütend" gewesen und hätten "geschrien". Eine bedrohliche Situation, auch für den Irak-Veteranen: "Man will deeskalieren, aber vor allem will man überleben", sagte er. "Ich habe einfach funktioniert."

Ein Jahr nach der Kapitolstürmung: "Viele befürchten, dass das nur die Generalprobe war"

Durch seine militärische Ausbildung habe er gelernt, geistesgegenwärtig zu handeln und schnell Entscheidungen zu treffen. "Natürlich habe ich in dem Moment nicht an die Armee gedacht, aber es hat mir definitiv genützt", so Goodman. Dass er und seine Kollegen die Situation nicht eskaliert hätten, sei eine gute Entscheidung gewesen, da einige der Aufständischen bewaffnet waren.

Ein Denkmal will der Polizist aus dem Kapitol nicht

Am Sturm auf das Kapitol waren hunderte Anhänger des ehemaligen Präsidenten Donald Trump beteiligt, die dessen Abwahl nicht anerkennen wollten. Die Demonstranten verschafften sich Zutritt zum Gebäude, dem Senatssaal sowie vielen Senatorenbüros. Fünf Menschen starben.

Ohne den Einsatz von Polizisten wie Eugene Goodman wäre die Zahl der Todesopfer möglicherweise noch weitaus höher ausgefallen. Mit dem Ruhm und seiner plötzlichen Popularität kann Goodman allerdings wenig anfangen. "Ich frage mich das jeden Tag: Wer bin ich eigentlich? Alle sagen ständig, dass ich der Typ bin, der den Senat gerettet hat", sagte Goodman. "Ich brauche aber kein Denkmal. Das ist einfach nur etwas, wo die Vögel draufscheißen können."

Quelle: 3 Brothers, No Sense

epp

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