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Europawahl in Österreich: Jörg Haiders Tochter kandidiert

Sie tritt in die Fußstapfen ihres Vaters Jörg Haider: Ulrike Haider-Quercia ist Spitzenkandidatin der rechtspopulistischen BZÖ für die Europawahl - und fordert den Ausstieg aus dem Euro.

Die Entscheidung kam unerwartet: Politisch war die Juristin bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Jetzt gab Ulrike Haider-Quercia ihre Kandidatur in einem Interview in der österreichischen "Kronen"-Zeitung bekannt. Damit zieht das rechtspopulistische Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) mit der Tochter des 2008 tödlich verunglückten Parteigründers Jörg Haider an der Spitze in den Europawahlkampf. Sie habe sich dazu entschieden, weil ihr die Politik "möglicherweise doch auch ein bisschen im Blut liege".

Raus aus dem Euro

Die 37-jährige betonte bei ihrer Vorstellung in Wien ihre europakritische Haltung: "Das ist nicht mein Europa." Auch wenn sich die politische Quereinsteigerin zur "Erasmus-Generation" zählt, plädiere sie für den Ausstieg Österreichs aus dem Euro. Haider-Quercia tritt nach eigener Aussage auch an, um das politische Erbe ihres Vaters zu verteidigen und "einiges richtigzustellen".

Sie steht vor einer schwierigen Aufgabe. Die Rechstpopulisten scheiterten im September an der Vier-Prozent-Hürde und verpassten den Wiedereinzug ins österreichische Parlament. Bei der Wahl zum EU-Parlament im Jahr 2009 hatte das BZÖ 4,6 Prozent der Stimmen und ein Mandat errungen.

Haider-Quercias Vater war umstritten

Die zweifach promovierte Juristin und Autorin hat lange Zeit in Frankreich und Italien gelebt. Der umstrittene Rechtspopulist Haider hatte das Bündnis Zukunft Österreich 2005 gegründet, nachdem er sich wegen eines Streits mit seinem Rivalen Heinz-Christian Strache aus der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) zurückgezogen hatte. Der ehemalige Kärntner Landeshauptmann starb 2008 bei einem Autounfall.

fme/DPA/AFP / DPA