EX-STAATSMÄNNER Ergreifung, Exil, Exekution - Diktatorenschicksale


Nach ihrem Sturz haben sich Diktatoren und andere Machthaber häufig vor Strafverfolgung ins schützende Exil absetzen können. Viele andere Ex-Staatsmänner wurden jedoch von der Justiz ihrer Länder wegen ihrer Untaten zur Rechenschaft gezogen, wie es zuerst auch mit Jugoslawiens Ex-Staatschef Milosevic geschehen sollte.

Kurzen Prozess machte 1989 ein Militärgericht mit dem rumänischen Staats- und Parteichef Nicolae Ceaucescu. Er wurde nur wenige Tage nach seinem Sturz zusammen mit seiner Frau Elena von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und am 25. Dezember hingerichtet. Ihm wurde vorgeworfen, während seiner 24-jährigen Diktatur zehntausende Menschen mit Unterstützung der Geheimpolizei Securitate umgebracht und hohe Geldbeträge zum Schaden der Wirtschaft ins Ausland geschafft zu haben.

Der frühere DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker wurde unter anderem wegen der Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze angeklagt. Nach Flucht über Moskau nach Chile und Rückkehr kam er vor Gericht. Der Prozess gegen den inzwischen schwer krebskranken Mann wurde jedoch 1993 eingestellt. Im Mai 1994 starb der schon unmittelbar nach Aufhebung seines Haftbefehls wieder ausgereiste Honecker im Alter von 81 Jahren in Chile.

Von Papadopoulos bis Pinochet

Auch in Bulgarien stand ein kommunistischer Machthaber nach dem Zusammenbruch des Systems vor Gericht. Wegen

Amtsmissbrauchs und Veruntreuung öffentlicher Gelder wurde der bis 1989 herrschende Staats- und Parteichef Todor Schiwkow 1992 zunächst zu sieben Jahren Haft verurteilt, später jedoch freigesprochen. Schiwkow starb 1998.

In Griechenland wurde der 1967 durch einen Putsch an die Macht gekommene ehemalige Chef der griechischen Obristenjunta, Georgios Papadopoulos, nach seinem Sturz 1974 wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt. Bis zu seinem Tod 1999 verbrachte Papadopoulos 21 Jahre seines Lebens in einem Sicherheitsgefängnis in Athen.

Weltweites Aufsehen erregt seit über drei Jahren der Fall des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet(1973-1990). Er ist in seinem Land wegen Anstiftung und Beihilfe zu Mord und Entführung angeklagt, zurzeit aber auf freiem Fuß. Der 85-Jährige wurde in Großbritannien im Oktober 1998 festgenommen und schließlich Anfang März 2000 an Chile ausgeliefert.

40 Jahre Haft für Noriega

In einem Gefängnis im US-Bundesstaat Florida sitzt der frühere panamaische Militärführer Manuel Antonio Noriega wegen Drogenhandels eine Haftstrafe von 40 Jahren ab. Noriega war 1989 bei einer US-Invasion in Panama festgenommen und in die USA gebracht worden.


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