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Explosion am Heck: Südkoreanisches Kriegsschiff vor Nordkorea gesunken

Der Korea-Konflikt droht erneut zu eskalieren. Nahe der Seegrenze im Gelben Meer haben sich Nord- und Südkorea offenbar ein Gefecht geliefert. Ein südkoreanisches Kriegsschiff mit 104 Besatzungsmitgliedern ist dabei gesunken.

Nahe der umstrittenen Seegrenze zu Nordkorea ist am Freitag ein südkoreanisches Kriegsschiff gesunken. 58 der 104 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, das Schicksal der übrigen Seeleute war zunächst ungewiss. Laut einem unbestätigten Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap ereignete sich an Bord des Schiffes eine Explosion. Präsident Lee Myung-bak berief sein Sicherheitskabinett zu einer Sitzung ein. Ob das Schiff von nordkoreanischer Seite angegriffen wurde, sei unklar, sagte eine Präsidentensprecherin.

Das Schiff befand sich nach Angaben aus Militärkreisen auf Patrouille vor der Insel Baengyeong, die von Südkorea kontrolliert wird. Zur Rettung der Besatzungsmitglieder wurden sechs weitere Schiffe der Marine und zwei Boote der Küstenwache in das Seegebiet geschickt. Die Bergungsarbeiten dauerten bis in die Nacht an, gegen Mitternacht koreanischer Zeit waren 58 Soldaten gerettet.

Yonhap meldete, ein anderes südkoreanisches Kriegsschiff habe Schüsse in Richtung Nordkorea abgefeuert. Ein Mitarbeiter des südkoreanischen Generalstabs bestätigte der Nachrichtenagentur AP, es seien Schüsse auf ein vom Radarschirm des Schiffes entdecktes Objekt abgegeben worden. Möglicherweise habe es sich dabei aber nur um einen Vogelschwarm gehandelt.

In den vergangenen Wochen hat Nordkorea als Reaktion auf gemeinsame südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver angekündigt, es werde seine Verteidigungskraft verstärken.

DPA/AFP/AP / AP / DPA