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US-kubanische Beziehungen: Fidel lebt und schreibt versöhnliche Briefe

Fidel Castro wurde schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Nun meldet er sich zurück: Mit einem Brief, in dem seine Freude über die Annäherung an die USA ausdrückt.

Castro im April 2013: Lob an Aussöhnung mit den USA

Castro im April 2013: Lob an Aussöhnung mit den USA

Fidel lebt. Das ist die eine Botschaft. Denn hätte man den zahllosen Twitter-Meldungen geglaubt, die in den vergangenen Wochen immer wieder die Runde machten, dann müsste Castro, Revolutionsführer und früherer Staatschef Kubas längts gestorben sein. Was angesichts seines Alters - 88 - und seiner langen Krankheitsgeschichte wenig überraschend gewesen wäre. Aber: Er lebt und schreibt Briefe. Und lobt darin die Annäherung seines isolierten Landes an die USA.

Im Dezember vergangenen Jahres hatten die beiden Länder ihr Kriegsbeil begraben. Vor einer Wochen trafen sich dann hochrangige Vertreter, um die Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen zu konkretisieren. Nun schreibt Fidel Castro: "Ich habe kein Vertrauen in die Politik der USA, und ich habe kein einziges Wort mit ihnen gewechselt. Aber das bedeutet in keinem Moment, dass ich eine friedliche Lösung von Konflikten ablehne", so Castro in seinem Schreiben an eine Studentenvereinigung. Der Brief des Maximo Líders wurde im Staatsfernsehen verlesenen.

Castro gibt also seinem jüngeren Bruder und jetzigen Staatschef Raul seinen Segen, das amerikanisch-kubanische Verhältnis zu normalisieren. Raúl habe im Sinne der ihm vom Parlament und der Kommunistischen Partei übertragenen Verantwortung gehandelt, so Castro, der Ältere. Die jüngste Gesprächsrunde in Havanna war die hochrangigste seit 1980. Die USA hatten die diplomatischen Beziehungen zu Kuba 1961 als Reaktion auf die kubanische Revolution zwei Jahre zuvor abgebrochen. 1962 verhängte Washington eine Wirtschaftsblockade gegen den nur etwa 150 Kilometer südlich von Florida gelegenen Karibikstaat. Die Blockade wurde später noch verschärft und ist bis heute in Kraft.

nik/AFP / AFP
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