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Friedensgipfel: Kolumbien und Ecuador legen Konflikt bei

Der Konflikt zwischen Kolumbien, Venezuela und Ecuador ist gelöst. Eine kolumbianische Militäraktion gegen die Rebellenorganisation Farc auf ecuadorianischem Boden hatte die Krise ausgelöst. Nun hat der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe einen Fehler eingestanden.

Der Konflikt in Lateinamerika ist beigelegt: Auf einem Gipfeltreffen in der Dominikanischen Republik stimmten die Präsidenten der Staaten Kolumbien, Ecuador und Venezuela einer gemeinsamen Deklaration zur Beendigung ihrer jüngsten Spannungen zu. Die von den 20 Staaten der sogenannten Rio-Gruppe angenommene Erklärung weist darauf hin, dass sich der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe für die kolumbianische Kommandoaktion gegen Guerillakämpfer der Farc auf ecuadorianischem Territorium entschuldigte habe.

Bei dem Angriff am vergangenen Samstag wurden der Farc-Hauptsprecher Raul Reyes und mindestens 23 weitere Rebellen getötet. Nach Angaben der mexikanischen Behörden befinden sich unter den Opfern möglicherweise auch vier Mexikaner, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Rebellencamp aufgehalten hatten und derzeit vermisst werden. Der Präsident von Ecuador, Rafael Correa, erklärte, mit der Entschuldigung Kolumbiens könne der schwerwiegende Zwischenfall als beigelegt angesehen werden.

Uribe will Souveränität achten

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez erklärte, er hoffe jetzt auf intensive Handelsbeziehungen mit Kolumbien. Wegen des Angriffs hatte Venezuela Wirtschaftssanktionen gegen das Nachbarland angekündigt. Die Deklaration erwähnt außerdem, Uribe habe zugesagt, nicht erneut nationale Souveränitäten zu verletzen. Zugleich verpflichteten sich die Staaten auf dem Gipfel in der Dominikanischen Republik, gegen Bedrohungen der nationalen Sicherheit durch "irreguläre oder kriminelle Gruppen" anzugehen.

Ein weiterer Rebellenführer der Farc soll von seinem eigenen Sicherheitschef umgebracht worden sein. Wie Verteidigungsminister Juan Manuel Santos erklärte, habe der Täter sich den kolumbianischen Soldaten gestellt und ihnen zum Beweis die abgeschnittene rechte Hand des getöteten Ivan Rios übergeben. Das Motiv für die Tat war zunächst unklar. Der 46 Jahre alte Rios galt als einer der Köpfe der Farc und wurde von den USA als Terrorist und Drogenschmuggler gesucht.

Betancourt hat Priorität

Derweil hat die venezolanische Regierung Lebenszeichen von zehn kolumbianischen Geiseln erhalten, die sich in der Gewalt der linksgerichteten Guerillagruppe Farc befinden. Justizminister Ramon Rodriguez Chacin präsentierte die Videoaufzeichnungen am Freitag auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Caracas. Bei den Verschleppten handelt es sich den Angaben zufolge um Soldaten und Polizisten. "Wir hoffen, dass sie befreit werden können, aber alles hängt von den Verhandlungen ab", sagte der Minister. Venezuela, allen voran Präsident Chavez, bemüht sich in Verhandlungen mit der Farc um die Freilassung der Geiseln. Rodriguez kündigte an, die venezolanische Regierung werde weiter daran arbeiten, die Farc davon zu überzeugen, verschleppte Zivilisten freizulassen, darunter auch die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, die schwer erkrankt sein soll. "Ingrid, gibt nicht auf. Alle Geiseln sind wichtig für uns, aber du hast Priorität", sagte Rodriguez.

Latino-Star Juanes plant unterdessen ein Friedenskonzert an der Grenze von Kolumbien und Venezuela. Damit wolle der kolumbianische Sänger nach der jüngsten Krise die friedlichen Beziehungen zwischen den Ländern in der Region festigen, teilte sein Management mit. Das Konzert soll innerhalb der nächsten drei Wochen zwischen der kolumbianischen Stadt Cucuta und San Antonio de Tachira in Venezuela stattfinden.

AP / AP