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Friedenskomitee-Leiter Malik Jalal: "Ich stehe auf der Abschussliste der Amerikaner"

Er lebt in den Bergen Pakistans an der Grenze zu Afghanistan und versucht, in seiner Region für Frieden zu sorgen. Die westlichen Mächte halten das für eine Fassade und glauben, er kooperiere mit den Taliban. Sie wollen Malik Jalal töten.

Eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator, die von den USA eingesetzt werden. Pakistan beklagt, häufig würden auch Zivilisten getötet. 

Eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator, die von den USA eingesetzt werden. Pakistan beklagt, häufig würden auch Zivilisten getötet. 

Malik Jalal ist einer der Leiter des Friedenskomitees Nord-Wasiristan (NWPC), der knapp 12.000 Quadratkilometer großen Bergregion im nordwestlichen Pakistan an der Grenze zu Afghanistan. Dieses Komitee hat sich der Aufgabe verschrieben, für Frieden zwischen den örtlichen Taliban und der Regierung zu sorgen. Malik Jalal hält sich zurzeit in England auf. Er will dem Westen eine Chance geben, mit ihm zu reden, bevor er von einer der Drohnen getötet wird, die die Amerikaner und ihre Alliierten auf ihn losjagen. Jalal hat seine Geschichte im britischen "Independent" erzählt und war Gast bei der BBC. Da Jalal kein Spinner ist, der sich verfolgt fühlt, sondern ernsthaft in Gefahr, setzt sich auch die Menschenrechtsorganisation Reprieve für ihn ein. 

Jalal hat inzwischen vier auf ihn gerichtete Raketenabschüsse überlebt. Durch Zufälle. Die Menschen, mit denen er verwechselt wurde, überlebten sie nicht. Im "Independent" beschreibt er, wie sich das anfühlt und welche Konsequenzen das für ihn hat:

"Ich befinde mich in einer eigenartigen Situation, weil ich weiß, dass ich auf der 'Abschussliste' stehe. Ich weiß es, weil es mir gesagt wurde und weil immer und immer wieder auf mich gezielt worden ist. Vier Mal sind Raketen auf mich abgefeuert worden. Ich habe großes Glück, am Leben zu sein. 

Ich möchte nicht als Insektenmatsch [bug splat] enden – das hässliche Wort wird für das benutzt, was von einem menschlichen Körper übrig bleibt, wenn er von einer Hellfire-Rakete durch eine Predator-Drohne abgeschossen wird. Wichtiger noch: Ich möchte nicht, dass meine Familienmitglieder Opfer werden oder auch nur in dem Wissen mit dem Drohnengeräusch über sich leben müssen, jederzeit zerfetzt werden zu können.

Das Gespräch suchen

Ich bin für eine Woche in England, weil ich entschieden habe, dass wenn der Westen mich töten will, ohne vorher mit mir zu sprechen, vielleicht ich stattdessen mit ihm reden sollte. Ich erzähle meine Geschichte, damit Sie beurteilen können, ob ich eine Person bin, die umgebracht werden sollte.

Ich komme aus Wasiristan, an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan. Ich bin einer der Leiter des Friedenskomitees von Nord-Wasiristan, einer Gruppe örtlicher Maliks, die sich verpflichtet fühlen, für Frieden in unserer Region zu sorgen. Die pakistanische Regierung hat das genehmigt und unser oberstes Ziel ist es, Gewalt zwischen den ortsansässigen Taliban und den Regierungsbehörden zu verhindern.

Das erste Opfer

Im Januar 2010 habe ich meinem Neffen Salimullah mein Auto gegeben, damit er nach Deegan fährt, einen Ölwechsel machen und einen der Reifen prüfen lässt. Es gab Gerüchte, dass Drohnen einzelne Autos im Visier hätten sowie bestimmte Telefonsignale. Der Himmel war blau, Drohnen kreisten.

Als Salimullah mit dem Automechaniker abrechnete, hielt ein Auto neben meinem. Vier Männer saßen darin, Chromerz-Bergarbeiter von vor Ort. Eine Rakete zerstörte beide Autos, tötete die vier Männer und verletzte Salimullah so schwer, dass er die nächsten 31 Tage im Krankenhaus verbrachte. Nach einigen Überlegungen fragte ich mich, ob ich das Ziel der Drohnen gewesen sein könnte, die in Wasiristan Autos von Menschen verfolgen, die getötet werden sollen.

Der zweite Angriff

Der nächste Angriff geschah am 3. September 2010. Ich war an dem Tag mit einem roten Toyota Hiluc Surf SUV zu einem Gemeindetreffen der Ältesten, einem Jirga, unterwegs. Eine rotes Auto, meinem sehr ähnlich, fuhr rund 40 Meter hinter mir. Als wir Khader Khel erreichten, schoss eine Rakete den Wagen ab und tötete alle vier Insassen. Ich jagte davon, Flammen und Brandschutt im Rückspiegel.

Erst dachte ich, das Auto hinter mir sei vielleicht von Kämpfern benutzt worden und nur zufällig in der Nähe gewesen. Später erfuhr ich, dass die Opfer vier Arbeiter des Mada-Khel-Stammes waren, keiner von ihnen hatte Verbindungen zu militanten Gruppen. Es wurde immer wahrscheinlicher, dass ich das Ziel gewesen war.

Die dritte Drohne

Der dritte Drohnenanschlag ereignete sich am 6. Oktober 2010. Mein Freund Salim Khan hatte mich zum Abendessen eingeladen. Ich rief ihn von meinem Telefon an, um mein Eintreffen anzukündigen. Kurz bevor ankam, schlug eine Rakete ein und tötete drei Menschen auf der Stelle, darunter meinen Cousin Kaleem Ullah, einen verheirateten Mann mit drei Kindern und einen geistig behinderten Mann. Wieder war keines der Opfer in extremistische Aktivitäten verwickelt.

Nun wusste ich ganz sicher, dass sie hinter mir her w​aren.

Die vierte Rakete

Fünf Monate später, am 27. März 2011, traf eine amerikanische Rakete ein Jirga, am dem Maliks – alles Freunde und Bekannte von mir – einen Streit vor Ort beilegen und Frieden schaffen wollten. An dem Tag starben 40 Zivilisten, alle unschuldig und einige davon Mitglieder des NWPC. Ich erreichte diesen Ort des Grauens früh.

Wie einige andere, sagte ich an dem Tag Dinge, die ich bedauere. Ich war wütend und sagte, wir würden uns rächen. Aber, mal ehrlich, wie sollten wir das machen? Unsere eigentliche Frustration bestand darin, dass wir, die Ältesten aus unserem Dorf, machtlos waren und unsere Leute nicht beschützen konnten.

Gejagt

Ich war gewarnt worden, dass die Amerikaner und ihre Verbündeten mich und andere Mitglieder des Friedenskomitees auf ihrer Abschussliste hätten. Ich kann meine Quelle nicht nennen, weil sie, indem sie versucht, mein Leben zu retten, selbst zum Ziel würde. Das ließ mit keinen Zweifel daran, das ich einer der Verfolgten bin.

Ich begann, mein Auto weit weg von meinem Aufenthaltsort zu parken, um diesen nicht zum Ziel zu machen. Meine Freunde fingen an, Einladungen abzulehnen, aus Angst, dass das Abendessen von einer Rakete unterbrochen werden könnte.

Ich gewöhnte mir an, unter Bäumen zu schlafen, in den Bergen über meinem Zuhause, um nicht zum Todesmagnet für meine ganze Familie zu werden. Aber eines Abends folgte mir mein jüngster Sohn, Hilal, damals sechs Jahre alt, in die Berge. Er sagte, er fürchte die Motoren der Drohnen ebenfalls in der Nacht. Ich versuchte, ihn zu beruhigen. Ich sagte, dass Drohnen keine Kinder angriffen, doch er weigerte sich, mir zu glauben. Er sagte, dass Raketen oft Kinder töteten. In dem Moment wusste ich, ich konnte ihn nicht weiter unter diesen Umständen aufwachsen lassen.

Die Strategie der Amerikaner ist falsch

Ich weiß, die Amerikaner glauben, ich sei ein Gegner ihrer Drohnenkriege. Sie haben Recht, das bin ich. Einzelne Menschen zur Ermordung herauszupicken und mit jeder Zielperson neun unschuldige Kinder zu töten, ist ein Verbrechen unaussprechlichen Ausmaßes. Ihre Strategie ist so dumm wie kriminell, weil es genau die Menschen radikalisiert, die wir zu beruhigen versuchen.

Mir ist bewusst, dass die Amerikaner und ihre Verbündeten glauben, das Friedenskomitee sei eine Fassade, hinter der wir nur versuchen, einen sicheren Ort für die pakistanischen Taliban zu schaffen. Dazu sage ich: Ihr irrt euch. Ihr ward nie in Wasiristan, woher wollt ihr das wissen?

Es braucht Verhandlung

Das Mantra, dass der Westen nicht mit "Terroristen" verhandeln sollte, ist naiv. Es gab kaum Zeiten, in denen Terroristen ohne Verhandlung in die Gesellschaft zurückgekehrt sind. Erinnern Sie sich an die IRA; einst haben sie versucht, eure Premierministerin [Margaret Thatcher] in die Luft zu jagen, nun sitzen sie im Parlament. Es ist immer besser zu reden als zu töten.

Ich bin um die halbe Welt gereist, weil ich diesen Disput auf eure Art beilegen möchte: indem Gesetze und Gerichte angewendet werden, nicht Gewehre und Bomben.

Fragt mich, was ihr wollt, aber beurteilt mich gerecht – und bitte hört auf, meine Frau und meine Kinder zu terrorisieren. Und bitte nehmt mich von der Abschussliste."

Übersetzung: Susanne Baller
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(