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US-mexikanische Grenze: Unmenschlicher Umgang mit Kindern: Für Donald Trump sind Einwanderer nur Tiere

Der US-Präsident will mithilfe von Rassismus seine Macht sichern. Das belegen die Zustände an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Sie sind zutiefst beschämend - und unmenschlich.

Als vor ein paar Wochen gemeldet wurde, dass US-Präsident Donald Trump während einer Sitzung illegale Einwanderer "animals", also Tiere genannt hatte, dementierte er das laut. Natürlich via Twitter. Alles nur eine Erfindung der Presse. Fake News, ließ er die Welt wissen.

Trump ist ein Lügner. Dafür gibt es genügend Belege. Die "Washington Post" titelte im Juni: Trump hat 3251 falsche oder irreführende Behauptungen aufgestellt in 497 Tagen.

"Das sind keine Menschen. Das sind Tiere" - das hat Trump damals zu einer Gruppe kalifornischer Sheriffs gesagt. Auch daran gibt es inzwischen keine Zweifel. Egal, ob er das nachträglich geleugnet hat.

Dass der amerikanische Präsident diese Worte sehr ernst meinte, sieht die Welt derzeit in schockierenden Bildern aus den USA. Kinder eingesperrt in Käfige. Auf dünnen Matratzen liegend, von ihren Eltern getrennt. Ganze Zeltstädte. Sogar Lager für Babys und Kleinkinder wurden im Auftrag der US-Regierung eingerichtet. Die investigative Plattform "Pro Publica" hat eine verstörende Aufnahme von den Stimmen der verzweifelten Kinder aus den Lagern veröffentlicht.

Auch, wenn er die Trennung von Kindern und Eltern an der Grenze nun beendet hat, es bleibt dabei: Für Trump sind alle Einwanderer aus Latein- und Süd-Amerika Tiere. Jedes einzelne Bild aus den Kinder-Lagern ist Beleg dafür. Tiere, die seiner Meinung nach die kulturelle und ethnische Reinheit der USA bedrohen.

Es war richtig, Trump damals für seine Worte zu kritisieren. Auch wenn er leugnete. Und sich damit herausredete, er habe nur die in kriminellen Banden organisierten Migranten gemeint. Nein, Trump meint alle. Männer, Frauen, Kinder, Babys. So einfach und brutal ist Trumps Sicht auf die Welt. Nun handelt er auch so.

Donald Trump und sein entmenschlichendes Vokabular

Er benutzt schon immer eine entmenschlichende Sprache. Für ihn sind illegale Einwanderer potentielle Verbrecher, die die USA als Plage befallen. Das sagte er erst wieder an diesem Dienstag. "Die Demokraten sind das Problem. Die interessieren sich nicht für illegale Einwanderer, egal wie böse die sind, sie fluten unser Land und befallen es." Bei Trump sind inzwischen alle Hemmungen gefallen.

Lügen und Beschimpfungen wechseln sich ab. Auch Trumps Anhänger scheinen ihren letzten Rest an Würde verloren zu haben. Die konservative Kommentatorin Ann Coulter sagte auf Fox News über die internierten Kinder: "Das sind Kinder-Schauspieler, die da jammern und weinen auf den anderen Sendern. Fallen sie nicht darauf rein, Herr Präsident." Und sein ehemaliger Wahlkampfmanager Corey Lewandowski machte sich ebenfalls auf Fox über ein zehnjähriges Mädchen mit Down Syndrom, das von seiner Mutter getrennt wurde, mit den Worten: "Womp,Womp" lustig.

Inzwischen hat Trump auch Angela Merkel für ihre Asyl-Politik attackiert. Und auch hier wieder mit falschen Behauptungen und Lügen argumentiert. Wie gesagt: Hemmungen hat der Mann keine mehr. Aber wenigstens hat er Deutschland in seinen Tweets nicht "shithole" (Drecksloch) genannte, wie er es zuvor bei Haiti und Teilen Afrikas getan hat.

Vorbereitung auf die Wahlen im November

In den kommenden Monaten wird es noch viel schlimmer werden. Denn im November stehen die Zwischenwahlen an. Trump wird alles tun, um die republikanische Mehrheit im Kongress zu halten. Denn dort liegt seine Macht. Um Wähler zu mobilisieren, plant das Weiße Haus eine Kampagne voller bösartiger Demagogie, so berichten US-Medien. Corey Lewandowski kündigte schon via "New York Times" an: "Wenn man Leute zum Wählen motivieren will, muss man ihnen gute Gründe geben. Wenn man sagt, wir bauen eine Mauer und halten Illegale davon ab, Amerikaner zu ermorden, dann ist das ein sehr guter Grund."

Und die konservativen Medien machen bei dem Spiel mit. Indem sie zum Beispiel für ihre Zuschauer die Zustände in den Kinderlagern herunterspielen. Die Käfige seien doch gar keine, sondern nur Wände aus Maschendraht. Überhaupt seien das für die Kinder doch Sommer-Camps. Tucker Carlson, beliebter Moderator von Fox, sagte an die Adresse der Demokratischen Partei: "Die interessieren sich viel mehr für Ausländer als für ihre eigenen Bürger."

Parolen und offener Rassismus fürs Hinterland

Ja, da ist sie wieder, die Legende vom benachteiligen weißen Mann. Die hat Trump zum Präsidenten gemacht. Jetzt versucht er es wieder. Nur sein Ton hat sich noch einmal verschärft. Und er hat jetzt die Macht, Taten folgen zu lassen. Er muss für seine Anhänger liefern. Offener Rassismus soll ihm die Macht erhalten. Bei seinen Wählern im sogenannten Hinterland der USA kommt das an. Endlich mal einer, der an sie denkt.

Als er 2015 mit seinem Wahlkampf begann, nannte Trump Einwanderer schon "Vergewaltiger" und "Drogen Dealer". Heute sind es für ihn Tiere. Die amerikanische Nachrichtenseite Vox.com schrieb gerade, dass sei nur der Anfang einer Kampagne, die gnadenlos betont, dass die weiße Rasse allen anderen überlegen sei.

Das ist Amerika im Sommer 2018. Wo der Präsident aus Menschen mit einer anderer Hautfarbe und Sprache Tiere macht.

Es ist beschämend.

+++ Hinweis: Inzwischen hat Donald Trump die Trennung von Migrantenfamilien per Dekret beendet. Wir haben den Text entsprechend aktualisiert. +++


anb