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Gazastreifen: Massen-Protestmarsch löst sich auf

Der umstrittene Umzug mehrerer Siedlungen im Gazastreifen sollte mit einem Protestmarsch verhindert werden. Die israelische Siedlerorganisation hat den Protestmarsch jetzt für beendet erklärt.

Anführer der israelischen Siedlerorganisationen haben den Protestmarsch zehntausender Gegner eines Abzugs aus dem Gazastreifen für beendet erklärt. Wie der israelische Rundfunk berichtete, riefen die Siedlervertreter die Mehrheit der Demonstranten dazu auf, ihren Marsch in den Gazastreifen abzubrechen. Um weitere Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften zu vermeiden, solle nur eine kleine Gruppe die Kundgebung fortsetzen.

Die Proteste richten sich gegen die Räumung von insgesamt 25 Siedlungen im Gazastreifen und dem nördlichen Westjordanland, die am 17. August beginnen soll. Die Polizei hatte den Marsch untersagt, weil die Einreise von Israelis in den Gazastreifen einen Monat vor dem Abzug bereits verboten ist. Polizisten nahmen nach Zusammenstößen 16 der Demonstranten fest, die in der Ortschaft Kfar Maimon in der Negev-Wüste von Sicherheitskräften eingekreist waren.

Das israelische Parlament hat eine Verschiebung des Gaza-Abzugs auf das nächste Jahr wie erwartet abgelehnt. Für eine Verschiebung stimmten am Mittwoch nur 41 Knesset-Abgeordnete, 69 sprachen sich dafür aus, am bisherigen Zeitplan festzuhalten. Zwei Parlamentarier enthielten sich. Die Auflösung der 21 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen soll am 17. August beginnen.

Hamas und Fatah wollen ihre Kämpfe beenden

Nach einer mehrtägigen Kraftprobe wollen die rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah ihre Kämpfe in der Stadt Gaza beenden. Wie Anführer beider Gruppen in der Nacht zum Mittwoch mitteilten, sollen alle Feindseligkeiten eingestellt werden. Der Konflikt hatte begonnen, als Polizisten Hamas-Kämpfer daran hindern wollten, Granaten und Raketen auf israelische Ziele zu feuern.

Währendessen haben die Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und die Extremisten-Gruppe Hamas ein Ende ihrer Gefechte im Gaza-Streifen vereinbart, bei denen allein am Dienstag 13 Menschen verletzt worden waren.

Beide Seiten hätten ihre Anhänger aufgefordert, sich zurückzuziehen und die Konfrontation zu beenden, sagte der Fatah-Anführer und palästinensische Kabinettsminister Sufian Abu Saida am Mittwoch. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen waren in der vergangenen Woche ausgebrochen. Es handelte sich um den schärfsten inner-palästinensischen Konflikt seit Jahren. Abbas hatte die Sicherheitskräfte angewiesen, gegen Extremisten vorzugehen, die Raketen auf israelisches Gebiet abfeuern. Durch den Raketenbeschuss kam in der vergangenen Woche eine Frau im Süden Israels ums Leben.

Abkommen hielt nur wenige Stunden

Kurz nach der Vereinbarung haben Aktivisten der militanten Palästinenserorganisation Hamas das Haus des Polizeichefs von Gaza-Stadt beschossen. Auch das Haus eines Funktionärs der regierenden Fatah-Partei wurde angegriffen, wie das palästinensische Kabinettsmitglied Sufian Abu Saida mitteilte.

Das Abkommen war kurz nach Mitternacht bei einer Pressekonferenz in Gaza-Stadt bekanntgegeben worden. Ein örtlicher Hamas-Funktionär sagte dabei zu, seine Kämpfer würden sich von den Straßen zurückziehen. Nur zwei Stunden später weigerten sich Hamas-Aktivisten jedoch, an einer Polizeisperre in Gaza-Stadt anzuhalten, und eröffneten das Feuer auf die Häuser von Polizeichef Raschid Abu Schbak und Fatah-Funktionär Abdullah Efrangi.

AP/Reuters / AP / Reuters