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Geiselnahme in Ägypten Entführte Norwegerin und Israeli wieder frei


Ihr Urlaub in Ägypten nahm für eine Norwegerin und ihren israelischen Kollegen eine abenteuerliche Wendung. Auf einer Landstraße wurden sie verschleppt. Doch die Geiselnahme ging glimpflich aus.

Eine Norwegerin und ihr israelischer Kollege sind nach fünf Tagen Geiselhaft auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel wieder frei. "Es war die wildeste Safari meines Lebens", sagte Ingvild Selvik Ask am Dienstag nach ihrer Freilassung in der Stadt Al-Arisch der Website der norwegischen Tageszeitung VG. Sie sei sehr erleichtert, fügte die 31 Jahre alte Kinderärztin aus Kristiansand hinzu. Sie posierte im Büro des Sicherheitsdirektors der Provinz Nord-Sinai mit einer ägyptischen Fahne. Ihre Haare bedeckte sie mit einem Baumwolltuch.

Die beiden Ausländer waren am Donnerstag in der Nähe des Badeortes Nuwaiba am Roten Meer von bewaffneten, maskierten Männern verschleppt worden. Die Entführer, die aus der Provinz Nord-Sinai stammen, wollten die Geiseln benutzen, um die Behörden zur Freilassung eines Angehörigen zu zwingen, der wegen Drogenschmuggels im Gefängnis sitzt. Über seine mögliche Freilassung wurde am Dienstag nichts bekannt. Einen ägyptischen Fahrer, mit dem die Ausländer unterwegs gewesen waren, hatten die Entführer schon nach etwa einer Stunde wieder freigelassen.

Bisher nur Entführungen ohne Blutvergießen

Die Sicherheitskräfte hatten, nachdem die Touristen verschleppt worden waren, Beduinen-Scheichs gebeten, zu intervenieren. Wie aus Sicherheitskräften verlautete, gelang es den Vermittlern schließlich, die Entführer zum Aufgeben zu bewegen. Die Norwegerin und der arabische Israeli wurden am frühen Dienstagmorgen zum Sicherheitsdirektorat in der Stadt Al-Arisch am Mittelmeer gebracht.

Einige Gebiete in der Provinz Nord-Sinai sind der Kontrolle der Staatsmacht entglitten. Dass die beiden Touristen nun im Süden der Halbinsel tagsüber auf einer Landstraße verschleppt wurden, beunruhigt die Hoteliers der Region. In den vergangenen Monaten waren auf dem Sinai mehrfach Touristen verschleppt worden. In allen Fällen endeten diese Entführungen ohne Blutvergießen. Der Badeort Scharm el Scheich an der Südspitze der Sinai-Halbinsel gilt bislang immer noch als relativ sicher.

fle/DPA DPA

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