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Gerüchte um Xi Jinping: Künftiger chinesischer Staatschef wieder aufgetaucht

Zwei Wochen hatte sich der chinesische Vizepräsident Xi Jinping nicht mehr öffentlich gezeigt. Sein Verschwinden hatte für wilde Spekulationen gesorgt. Jetzt ist er erstmals wieder aufgetreten.

Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping hat sich am Samstag nach 14 Tagen erstmals wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Das meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Er sei am Morgen an der Landwirtschaftlichen Universität in Peking eingetroffen, um an den Feierlichkeiten zum Nationalen Wissenschaftstag teilzunehmen. Nach einem Bericht der "South China Morning Post" weilte Xi Jinping rund 40 Minuten auf dem Campus. Seine Stimme habe "ziemlich normal" geklungen und er sei anscheinend guter Stimmung gewesen. Zum Grund seiner Abwesenheit äußerte sich Xi bei dem Auftritt nicht. Xinhua zitiert den 59-Jährigen lediglich mit Aussagen zur Bedeutung der Lebensmittelsicherheit

Der Spitzenpolitiker war seit dem 1. September nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden und hatte seither vier Treffen mit ranghohen ausländischen Politikern abgesagt, darunter eines mit US-Außenministerin Hillary Clinton. Xis Verschwinden und das Schweigen der chinesischen Regierung dazu hatten im chinesischen Internet und in ausländischen Medien zahlreiche Spekulationen ausgelöst. So wurde gemutmaßt, er habe Termine wegen eines Herzanfalls, eines Rückenleidens oder einer Krebsoperation absagen müssen. Aus Parteikreisen hieß es, Xi habe sich beim Schwimmen am Rücken verletzt. "Es ist überall bekannt, dass die Gesundheit von Xi Jinping nicht besonders gut sein soll", sagte ein Pekinger Professor, der nicht genannt werden will. "So eine lange Abwesenheit ist für ein Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros schon höchst ungewöhnlich."

Xi Jinping soll beim 18. Parteitag in diesem Herbst zum Parteichef der Kommunistischen Partei Chinas und damit zu einem der mächtigsten Männer der Weltpolitik gekürt werden. Im März 2013 soll er Hu Jintao turnusmäßig auch als Staatspräsident ablösen und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in die nächsten zehn Jahren führen.

lea/jwi/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
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