HOME

Gespräche über Atomprogramm: IAEA fordert Fortschritte von Iran

Jüngst hat die IAEA festgestellt, dass es in den Gesprächen mit dem Iran über dessen Atomprogramm keine Fortschritte gebe. Dies soll sich nun endlich ändern. IAEA-Chef Amano fordert klare Ergebnisse.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA will endlich konkrete Ergebnisse in ihren Gesprächen mit dem Iran um das umstrittene Atomprogramm des Landes sehen. Die Verhandlungen müssten eilig weitergehen und ihren Fokus auf dem Erreichen baldiger konkreter Ergebnisse haben, forderte IAEA-Chef Yukiya Amano am Montag zum Auftakt des IAEA-Gouverneursrates in Wien.

Der Verhandlungsprozess zwischen den Atomwächtern und dem Iran um leichteren Zugang zu Experten, Dokumenten und Anlagen dürfe nicht zum Selbstzweck werden. Das ultimative Ziel sei weiterhin, alle offenen Fragen zum iranischen Atomprogramm zu klären, sagte Amano: "Ein Dialog sollte Ergebnisse erzielen." Er forderte zu Beginn der Gespräche den Iran auf, den IAEA-Experten "ohne weitere Verzögerung" Zugang zum Militärstützpunkt Partschin zu gewähren. Dort vermuten die Experten Experimente mit Zündern für Atomwaffen.

In ihrem jüngsten Bericht hatte die IAEA feststellt, dass es in den Gesprächen mit dem Iran über dessen Atomprogramm keine Fortschritte gebe. Außerdem bestätigte die Behörde Angaben des Iran, wonach das Land mit der Installation neuer Zentrifugen zur Urananreicherung in der Atomanlage Natans begonnen hat. Am Sonntag hatte der Iran auf die geplante Produktion von "3000 Zentrifugen der neuen Generation" in Natans verwiesen. Etwa 12.500 Zentrifugen einer älteren Generation sind dort bereits installiert.

Uran für die Stromproduktion

Viele Länder verdächtigen Teheran seit Jahren, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Da der Iran nicht ausreichend mit der IAEA zusammenarbeitet, können die Atomwächter das auch nicht mehr ausschließen.

Der Iran reichert nach eigenen Angaben Uran auf fünf Prozent an, was für die Stromproduktion ausreicht, sowie auf 20 Prozent für den Betrieb eines medizinischen Forschungsreaktors. Für den Bau von Atomwaffen ist eine Anreicherung auf 90 Prozent notwendig.

Um den Konflikt zu lösen, werden auf zwei Ebenen Gespräche geführt: In den bisher ergebnislos gebliebenen IAEA-Iran-Verhandlungen geht es um technische Details und die Klärung konkreter offener Fragen zum Atomprogramm. Dann verhandeln noch die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland (5+1) mit Teheran über den Stopp der Urananreicherung. Im Gegenzug könnten Sanktionen gelockert werden.

ger/DPA / DPA