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Gewalteskalation in Venezuela Sieben Tote bei Protesten gegen Wahlergebnis


Nach der Wahl in Venezuela haben sich die Fronten zwischen Regierung und Opposition verhärtet. Bei gewaltsamen Protesten kamen sieben Menschen ums Leben.

Venezuelas sozialistische Regierung hat der Opposition einen Putschversuch vorgeworfen und ihren bei der Präsidentenwahl unterlegenen Kandidaten Henrique Capriles Radonski für die Gewalteskalation verantwortlich gemacht. Bei den Protesten gegen das Wahlergebnis waren am Montag nach Angaben der Staatsanwaltschaft sieben Menschen ums Leben gekommen und über 60 Verletzte worden. Der zum Wahlsieger erklärte Sozialist Nicolás Maduro sprach am Dienstag von "faschistischen Horden", die einen Staatsstreich planten. Am Freitag will Maduro seinen Amtseid ablegen.

Nachdem die Regierung einen für Mittwoch geplanten Protestzug durch die Hauptstadt Caracas verboten hatte, sagte die Opposition die Veranstaltung ab. "Die Regierung will, dass es Tote gibt", begründete Capriles am Dienstagabend (Ortszeit) die Absage. Es sei zu befürchten, dass die Regierung Provokateure in die Demonstration einschleusen wollte. Zuvor hatte Maduro die Demonstration mit den Worten verboten: "Wir erlauben nicht, dass sie Blut auf den Straßen von Caracas vergießen. Wenn Sie mich stürzen wollen: Ich bin hier mit dem Volk in den Straßen."

Streit um 262.000 Stimmen Vorsprung

Nach Angaben von Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz waren bei den Protesten gegen das Wahlergebnis vom Sonntag sieben Menschen ums Leben gekommen, 61 erlitten Verletzungen. Insgesamt seien 135 Personen wegen Anstachelung zum Hass, öffentlichen Aufruhr und Widerstands gegen die Gesetze festgenommen worden. Die staatliche Nachrichtenagentur AVN hatte zunächst von vier Toten berichtet und unter Berufung auf Augenzeugen oppositionelle Gruppen für die Taten verantwortlich gemacht. Ein 24-Jähriger sei von jugendlichen Oppositionellen im Bundesstaat Zulia erschossen worden. Die regierungskritische Zeitung "TalQual" sprach von einer neuen Lüge der Regierungsagentur.

Der Streit zwischen Regierung und Opposition war eskaliert, nachdem Maduro mit einem knappem Vorsprung von nur 262.000 Stimmen zum Sieger der Wahl vom Sonntag erklärt worden war. Capriles sprach von Wahlbetrug und forderte eine Neuauszählung der Stimmen. Dies wird von der Regierung jedoch abgelehnt. Am Dienstag konkretisierte Capriles, der Gouverneur des Bundesstaates Miranda ist, die Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. So seien etwa 535 Wahlautomaten defekt gewesen und in über 280 Wahlzentren die Beobachter der Opposition von der Armee verdrängt worden.

cjf/AFP/DPA/Reuters DPA Reuters

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