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Giftbrief an Obama: FBI nimmt "Walking Dead"-Schauspielerin fest

Erst ein Elvis-Imitator, jetzt eine Untote? Im Zusammenhang mit den Giftbriefen an US-Präsident Obama wurde eine Schauspielerin festgenommen. Ihre größte Rolle: Zombie in der Serie "The Walking Dead".

Ihre Zeit im Rampenlicht hatte sie sich sicher anders vorgestellt: Eine 35 Jahre alte Schauspielerin aus Texas ist US-Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit den im vergangenen Monat aufgetauchten Giftbriefen festgenommen worden. Sie werde verdächtigt, mit dem tödlichen Gift Ricin präparierte Briefe an US-Präsident Barack Obama, New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und die von Bloomberg mitgegründete Organisation "Bürgermeister gegen illegale Waffen" in Washington geschickt zu haben, berichtete unter anderem der TV-Sender NBC am Freitag. Am Donnerstag hatten FBI-Agenten in Schutzanzügen das Haus der Frau in New Boston durchsucht, wie der britische Guardian berichtet.

Bei der 35-Jährigen soll es sich den Berichten zufolge um eine Schauspielerin handeln, die nach eigenen Angaben in der International Movie Database unter anderem kleine Rollen in den TV-Serien "The Walking Dead" und "Vampire Diaries" gespielt habe. Die Frau hatte Ende Mai selbst das FBI kontaktiert und ihren Ehemann beschuldigt, die Briefe verschickt zu haben. Wie die "Huffington Post" berichtet, sei sie bei der folgenden Befragung selbst ins Zentrum der Ermittlungen gerückt, da ihre Geschichte Lücken aufgewiesen hatte und sie zudem einen Lügendetektortest nicht bestanden hatte. Daraufhin habe die Frau zugegeben, die Briefe im vollen Bewusstsein, dass sie das Gift enthalten, versandt zu haben. Allerdings sei sie von ihrem Ehemmann dazu gezwungen wurden, so die "Huffington Post" weiter.

Zusammenhang mit Giftbriefen vom April unwahrscheinlich

Ein Zusammenhang mit den im April aufgetauchten Giftbriefen an US-Präsident Obama und einen US-Senator gilt als unwahrscheinlich. In jenem Fall wurde am vergangenen Dienstag Anklage gegen einen 41 Jahre alten Kampfsporttrainer aus Mississippi erhoben. Der Mann war im April festgenommen worden, nachdem die ebenfalls Ricin präparierten Briefe an Obama und den Senator in Poststellen des Weißen Hauses und des Kapitols abgefangen worden waren. Als mögliches Motiv gilt eine Privatfehde des 41-Jährigen mit einem Elvis-Imitator, auf den er den Verdacht zunächst gelenkt haben soll und der zwischenzeitlich ebenfalls festgenommen worden war.

Ricin ist einer der giftigsten Eiweißstoffe, die in der Natur vorkommen. Allein kleinste Mengen reichen aus, um, wenn geschluckt, zu einem tödlichen Leber- und Organversagen zu führen. Es gibt bislang noch kein Gegenmittel.

jwi/DPA / DPA