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Golf von Mexiko Obama geht baden


Seit Wochen sprudelt kein Öl mehr aus der BP-Quelle im Golf von Mexiko, doch die US-Regierung geht auf Nummer sicher: BP soll das Loch trotzdem auch von unten stopfen. Präsident Obama badete derweil demonstrativ im Golf, um die Tourismusbranche zu unterstützen.

Die US-Regierung will die ramponierte Ölquelle im Golf von Mexiko ein für allemal versiegeln. BP muss das Bohrloch, aus dem seit einem Monat kein Öl mehr fließt, zusätzlich von unten mit Zement abdichten. "Der Bottom Kill wird ausgeführt", sagte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen. Unterdessen badete US-Präsident Barack Obama demonstrativ mit seiner Tochter Sasha im Golf von Mexiko, um der angeschlagenen Tourismusbranche unter die Arme zu greifen. Er versicherte den Menschen am Golf zudem: Niemand wird im Stich gelassen.

Admiral Allen forderte BP in einem am Sonntag veröffentlichten Brief auf, weitere Messungen vorzunehmen und Pläne vorzulegen, wie der Konzern auf einen zu großen Druckaufbau in dem Bohrloch während des Versiegelungsmanövers reagieren will. Mit Ergebnissen rechne er am Montag oder Dienstag, sagte Allen. Danach werde er eine weitere Order erlassen, das letzte Stück des Nebenzugangs zu bohren, damit weiterer Zement in das Bohrloch gefüllt werden kann.

Das Bohrloch war Anfang des Monats bereits von oben mit Zement geschlossen worden. Durch den zusätzlichen "Bottom Kill" soll vor allem sichergestellt werden, dass auch ein Hohlraum zwischen dem Innen- und Außenrohr im Bohrloch verschlossen ist. Am Donnerstag hatte es geheißen, dies könnte bereits durch das vorausgegangene Versiegeln von oben geschafft worden sein.

Obama sagte bei seinem Besuch in Panama City (Florida) am Samstag: "Unser Job ist noch nicht beendet, und wir gehen nicht weg, bis er es ist." Er habe versprochen, den Menschen in der Region beizustehen, bis sie sich "vollständig von dem angerichteten Schaden erholt haben". Obama betonte, die Zahlung von Schadensersatz dürfe nicht verschleppt werden. Jede Verzögerung, ob durch BP oder die Verwalter eines entsprechenden Hilfsfonds, sei "inakzeptabel".

Derweil verklagte auch der von der Ölpest betroffene US- Bundesstaat Alabama BP auf Schadensersatz. Der Ölkonzern habe Alabama und seinen Bürgern schweren Schaden zugefügt, begründete Generalstaatsanwalt Troy King den Schritt. Die Klage richte sich neben BP auch gegen die Mitbetreiber der versunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon", die Firmen Anadarko und Transocean. "Wir klagen auf den Betrag, der nötig sein wird, um Alabama wieder aufzubauen.". Eine Summe nannte er nicht. Gegen den Ölkonzern sind bereits hunderte Klagen auf Schadenersatz eingereicht worden.

BP wies die Vorwürfe zurück. "BP hat sich bereits freiwillig bereiterklärt, allen rechtmäßig angemeldeten wirtschaftlichen Schaden zu übernehmen", sagte eine Sprecherin. BP habe eine Verpflichtung über 20 Milliarden Dollar abgegeben und schon 352 Millionen bezahlt.

Aus dem Leck waren seit Ende April insgesamt etwa 660 000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Die Ölpest gilt als bislang schwerste in der Geschichte der USA.


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