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Weltwirtschaftforum : Greta Thunberg in Davos: "Meine Generation wird nicht ohne Kampf aufgeben"

Greta Thunberg gehört zu den prominentesten Gästen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos. Gleich zweimal ergriff sie vor Publikum die Gelegenheit, inbrünstig für den Kampf gegen den Klimawandel zu werben. 

Greta Thunbergs Rede im Video: Die Welt steht in Flammen

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat Topmanagern und Spitzenpolitikern trotz anhaltender Forderungen nach mehr Klimaschutz Tatenlosigkeit vorgeworfen. "Leere Worte und Versprechen" sollten den Eindruck erwecken, dass etwas für das Klima getan werde, sie brächten aber nichts gegen die Klimakrise, sagte die 17 Jahre alte Schwedin auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. 

Es bringe nichts, auf Technologien zu vertrauen, die heutzutage noch gar nicht existierten, sagte die Klimaaktivistin. Die junge Generation wolle auch nicht, dass weiter über CO2-Neutralität geredet und dabei in Wirklichkeit bei den tatsächlichen Werten getrickst werde. 

Greta Thunberg: "Es geht nicht um rechts oder links"

Thunberg hatte auf dem Weltwirtschaftsforum vor einem Jahr eine ihrer ersten international beachteten Reden gehalten. "Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen, denn das tut es", hatte die junge Schwedin damals gesagt, um so auf die Dringlichkeit der Klimakrise hinzuweisen. 

Aus den Reden und Wortbeiträgen von Greta Thunberg beim diesjährigen Gipfel haben wir hier einige Zitate von ihr zusammengefasst. 

Das Klima und die Umwelt sind derzeit ein heißes Thema. Viele junge Menschen treibt das an. Aber wenn man es von einer anderen Seite sieht, hat sich so ziemlich nichts getan, zumal die CO2-Emissionen nicht reduziert wurden.

Greta Thunberg über die Rolle der Wissenschaft in der Klimadebatte:  

Die Wissenschaft und die Stimmen der Jugend sind nicht im Fokus der Diskussion. Das müssen sie aber. Denn natürlich geht es um uns und unsere Zukunft und zukünftige Generationen und natürlich die, die schon heute betroffen sind. Aber wir müssen auch besonders die Wissenschaft in die Diskussion mit einbinden, denn das ist alles, worum es geht.

Video: Thunberg fordert mehr Gehör für junge Generation

Es geht nicht um rechts oder links. Ihre Parteipolitik interessiert uns nicht im Geringsten. Aus Sicht der Nachhaltigkeit sind sowohl die Rechte als auch die Linke und die Mitte gescheitert.

Die schwedische Umweltaktivistin fand in ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum deutliche Kritik an der Politik, den politischen Systemen und der Wirtschaft: 

Keine politische Ideologie oder Wirtschaftsstruktur war in der Lage, das Klima und den Umweltnotstand zu bekämpfen und eine zusammenhängende und nachhaltige Welt zu schaffen. Denn diese Welt, falls ihr es nicht bemerkt habt, steht derzeit in Flammen.

Auch die älteren Generationen, die Eltern und Erwachsenen kritisiert Thunberg und ermahnt diese, zu handeln: 

Ihr sagt, Kinder sollten sich keine Sorgen machen. Ihr sagt 'überlasst das einfach uns, wir werden das regeln. Wir versprechen, wir werden dich nicht im Stich lassen. Sei nicht so pessimistisch'. Und dann nichts. Schweigen. Oder etwas Schlimmeres als Schweigen: leere Worte und Versprechungen, die den Eindruck erwecken, dass ausreichend gehandelt wird.

Natürlich wird der Übergang nicht einfach. Es wird schwierig, und wenn wir uns dem jetzt nicht stellen, werden wir das nicht rechtzeitig lösen können.

Mit Nachdruck fordert die 17 Jahre alte Aktivistin, dass sofort gehandelt werden solle - und nicht erst in naher Zukunft. Sie sagt, dass sie und ihre Generation den Kampf um das Klima nicht aufgeben werden:

Wir wollen nicht, dass diese Dinge bis 2050, 2030 oder sogar 2021 erledigt werden. Wir wollen, dass dies jetzt erledigt wird!

Meine Generation wird nicht ohne Kampf aufgeben. Die Fakten sind eindeutig, aber sie sind noch zu unbequem für euch. Ihr lasst es, weil ihr denkt, es sei zu deprimierend und Menschen würden aufgeben. Aber die Menschen werden nicht aufgeben. Ihr seid diejenigen, die aufgebt.

 

Unser Haus brennt immer noch. Eure Untätigkeit befeuert die Flammen stündlich. Und wir sagen euch, dass ihr so handeln sollt, als würdet ihr eure Kinder mehr lieben als alles andere.

rw / Mit Material der DPA