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Größte Militärparade seit zehn Jahren: Südkorea lässt die Muskeln spielen

Mit einer Militärparade hat Südkorea seiner gefallenen Soldaten gedacht. Fast 120 Fahrzeuge - darunter Panzer und Raketenwerfer - wurden zum Tag der Streitkräfte präsentiert.

In Gegenwart von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat Südkorea am Dienstag die größte Militärparade seit einem Jahrzehnt abgehalten. An der Parade, die anlässlich des 65. Jahrestags der Gründung der südkoreanischen Streitkräfte auf einem Luftwaffenstützpunkt und in der Hauptstadt Seoul stattfand, nahmen 11.000 Soldaten und 120 Flugzeuge teil. Präsidentin Park Geun Hye warnte vor einer "sehr ernsten" Bedrohung durch das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

"Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist sehr ernst", sagte Präsidentin Park in ihrer Ansprache zu der Parade, auf der erstmals auch der selbst entwickelte Marschflugkörper Hyeonmu 3 vorgestellt wurde. Aufgrund der fortschreitenden Aufrüstung Nordkoreas müsse ihr Land auch auf Abschreckung setzen, sagte Park und verwies auf die Entwicklung eines hochentwickelten Raketenabwehrsystems, mit dem ein nordkoreanischer Angriff abgewehrt werden könnte.

Die Parade war die größte seit dem Jahr 2003. Ihr erster Teil fand auf einem Luftwaffenstützpunkt südlich der Hauptstadt statt. Anschließend wurde die Parade in der Innenstadt von Seoul in reduzierter Form fortgesetzt. Tausende Soldaten, Panzer, Artillerie und Raketenwerfer zogen die 1,4 Kilometer lange Strecke vom früheren südlichen Stadttor zum Gyeongbok Palast entlang. Eigentlich sind derartige Militärparaden eine Spezialität Pjöngjangs, das damit regelmäßig Stärke demonstriert.

Formeller Kriegszustand

Ehrengast der Militärparade war US-Verteidigungsminister Hagel, der mit seinem Besuch in Südkorea das Bekenntnis seines Landes zum Militärbündnis mit Seoul unterstreicht. Am Mittwoch ist ein Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Kim Kwan Jin geplant. In Südkorea sind derzeit 28.500 US-Soldaten stationiert. Am Donnerstag soll der US-Flugzeugträger "George Washington" mit einem Kreuzer und einem Zerstörer eintreffen, um an einem Marinemanöver teilzunehmen.

Das Land befindet sich mit dem kommunistischen Nordkorea formell bis heute im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg (1950-53) nur ein Waffenstillstand, aber kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Nach dem dritten nordkoreanischen Atomwaffentest Mitte Februar war die Spannung auf der Halbinsel stark gestiegen. Pjöngjang drohte wiederholt mit einem Präventivangriff. Nach zwei Monaten beruhigte sich die Lage aber wieder.

ivi/AFP / AFP