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Schottland: Mörderin in Haft bekommt Geschlechtsumwandlung - und ein halbes Land empört sich

Einst folterte Paris Green einen Mann zu Tode. Nun bekommt sie eine Geschlechtsumwandlung. Bezahlt wird das komplizierte Verfahren von britischen Steuerzahlern, was in Großbritannien für eine Welle der Empörung sorgt. 

Paris Green wird aus dem Edinburgh-Gefängnis in ein Krankenhaus in Brighton verlegt, um sich dort einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen

Paris Green wird aus dem Edinburgh-Gefängnis in ein Krankenhaus in Brighton verlegt, um sich dort einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen

2013 wurde Rachel Green zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie hatte einen Mann in ihre Wohnung gelockt und ihn dann mit zwei Komplizen vergewaltigt, gefoltert und schließlich zu Tode geschlagen. Nun bekommt die 27-Jährige, die sich seit 2011 als Frau identifiziert, eine Geschlechtsumwandlung. Bezahlt wird die Prozedur von Steuergeldern, was in Großbritannien für eine Welle der Empörung sorgt. 

Allein die Kosten für die erste Operation, die in den kommenden Wochen stattfinden soll, liegen laut der britischen "Times" bei knapp 30.000 Euro. Dafür wird Green, die als Peter Laing geboren wurde, aus dem schottischen Gefängnis, wo sie ihre Strafe absitzt, ins 1600 Kilometer entfernte Brighton in eine private Klinik gebracht. Die Gefängnisbehörden bezeichnen die gesamte Operation als einen "Sicherheitsalbtraum".

Nach dem ersten Eingriff werden bei Geschlechtsumwandlungen meistens noch mehrere Operationen vorgenommen, unter anderem die Entfernung des Adamsapfels. Nach Schätzung der TransUnite-Organisation könnten die Gesamtkosten auf bis zu 112.000 Euro steigen.

Unmut unter dem Gefängnispersonal

Die Bewilligung der Geschlechtsumwandlung stößt in der Öffentlichkeit auf Unverständnis. "Die meisten Leute, mit denen ich über die Angelegenheit gesprochen habe, halten sie für ungeheuerlich", sagte ein Polizeioffizier der britischen "Daily Mail". "Man kann also jemanden brutal ermorden, und trotzdem alles bekommen, wonach man verlangt, weil es sonst die eignen Menschenrechte verletzten könnte. Was ist aber mit den Rechten des Opfers und seiner Familie?"

Ein Kollege pflichtete ihm bei. "Hat eigentlich jemand das Medizinpersonal gefragt, ob sie sich um einen Mörder kümmern wollen? Dies ist ja keine lebensrettende Operation, sie ist für die Gesundheit von Green nicht zwingend notwendig. Ich habe keine Probleme mit Menschen, die ihr Geschlecht ändern wollen, solange sie Teil der Gesellschaft sind und niemandem einen Schaden zugefügt haben. Ich denke, wenn Sie für einen Mord verurteilt wurden, sollten einige Dinge außerhalb Ihrer Reichweite liegen. Und dies ist eins davon", so der Gefängnismitarbeiter. 

Green wird die erste Inhaftierte sein, die eine Geschlechtsumwandlung bekommt. Derzeit verbüßt sie ihre Strafe in der Frauenabteilung des HM Prison Edinburgh, wohin sie verlegt wurde, nachdem sie im Frauengefängnis von Cornton Vale mit anderen weiblichen Häftlingen Sex gehabt hatte.

Richtlinienänderung nach Todesfällen

2016 hatte das britische Innenministerium die Richtlinien für den Umgang mit transsexuellen Häftlingen geändert. Demnach sollen die Insassen gemäß dem Geschlecht behandelt werden, mit dem sie sich identifizieren. Zuvor waren zwei Transgender-Häftlinge in männlichen Gefängnissen gestorben. Vermutlich begingen sie Suizid. 

James Morton, Manager der schottischen Organisation Trans Alliance, erklärte in einem Gespräch mit dem britischen "Telegraph": "Der Grundsatz, dass Gefangene die gleiche Versorgung erhalten wie der Rest der Gesellschaft, ist im Vereinigten Königreich rechtlich geregelt."

Die schottische Regierung wollte sich auf eine Anfrage der "Daily Mail" hin nicht zu dem Fall von Green äußern und verwies darauf, dass die Entscheidung über eine Geschlechtsumwandlung dem National Health Service, dem britischen Gesundheitsdienst, obliegt.

ivi