Indonesien "Botschaft an all unsere Feinde"


Der Bombenanschlag auf ein Luxushotel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta geht offenbar auf das Konto der radikalen Islamistengruppe Jemaah Islamiyah. Eine Zeitung in Singapur veröffentlichte die mutmaßliche Botschaft eines Mitglieds der Gruppe.

Die Terrororganisation Jemaah Islamiyah hat sich allem Anschein nach zu dem verheerenden Anschlag auf das Marriott-Hotel in Jakarta bekannt. Die Zeitung "Straits Times" in Singapur veröffentlichte am Mittwoch die mutmaßliche Botschaft eines ungenannten Mitglieds der Gruppe. Darin heißt es, die Terrorkampagne in der Region werde fortgesetzt, "wenn irgendeiner unserer muslimischen Brüder hingerichtet werden sollte". Die Zahl der Toten nach dem Anschlag vom Dienstag stieg unterdessen auf 14.

Verbindungen zur El Kaida

Die in der Zeitung zitierte "Botschaft an all unsere Feinde" könnte sich auf die Ankündigung von Militärgerichtsverfahren gegen die Häftlinge am US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba beziehen. Auch auf einem am Sonntag veröffentlichten Tonband, das vermutlich vom Terrornetzwerk El Kaida stammt, wurde davor gewarnt, diese Gefangenen womöglich mit dem Tode zu bestrafen. Der Jemaah Islamiyah werden Verbindungen zur El Kaida nachgesagt.

Ein Vertreter der Kriminalpolizei sagte am Mittwoch in Jakarta, sowohl die verwendeten Sprengstoffe wie auch die Ausführung des Anschlags wiesen starke Parallelen auf. Experten hätten festgestellt, dass auch in Jakarta eine Mischung aus Schwarzpulver und hochexplosivem TNT verwendet worden sei.

Den Angaben zufolge befindet sich das Marriott-Hotel in einem Bezirk, der in beschlagnahmten Unterlagen mutmaßlicher Mitglieder der radikal-islamischen Jemaah Islamiah als potenzielles Ziel angegeben war. Die Unterlagen waren bei Verdächtigen auf Zentral-Java gefunden worden, die im Besitz von Chemikalien, Sprengstoff, Zündern und Waffen waren.

Zahl der Opfer auf 14 gestiegen

Ein indonesischer Taxifahrer erlag in der Nacht zum Mittwoch seinen schweren Verletzungen, wie die Behörden mitteilten. Damit stieg die Zahl der Anschlagsopfer auf 14, die Gesamtzahl der Verletzten wurde nunmehr mit mindestens 148 angegeben. Vor dem Marriott-Hotel in Jakarta war am Dienstagmittag eine Autobombe detoniert, die ein Inferno anrichtete. Allem Anschein nach handelte es sich um ein Selbstmordattentat.

Die Bluttat erfolgte rund zehn Monate nach den Terroranschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali. Dort waren im vergangenen Oktober 202 Menschen bei Bombenexplosionen ums Leben gekommen. Als tatverdächtig gilt auch hier die Jemaah Islamiyah.


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