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Indonesien: Milliardenklage gegen Suharto

Klage gegen den früheren Diktator: Suharto soll der indonesischen Regierung eine Milliardensumme zahlen. Bislang hatte er den Prozess durch Berufung auf seinen schlechten Gesundheitszustand umgehen können.

Die indonesische Regierung hat den früheren Diktator Suharto (86) auf Zahlung einer Milliardensumme verklagt. Die Staatsanwaltschaft verlangte in ihrer Klageschrift umgerechnet 1,1 Milliarden Euro. Suharto habe mindestens 440 Millionen Dollar aus den Staatskassen geplündert, führte die Staatsanwaltschaft an. Gut 1,1 Milliarden Dollar forderte sie zusätzlich an Schadensersatzzahlungen. Das Geld sei über die Supersemar-Stiftung geschleust und nicht, wie vorgesehen, für Stipendien ausgegeben worden.

Suharto lebt seit seinem Sturz 1998 unbehelligt in seiner Residenz in Jakarta. Durch seinen gesundheitlichen Zustand konnte er bisher einem Prozess entgehen. Richter hatten ihn wegen Alterschwäche für unzurechnungsfähig erklärt und eine Korruptionsanklage deshalb fallen lassen. "Dies ist eine Zivilklage, es geht nicht um Korruption", betonte Staatsanwalt Dachmer Munthe.

Suharto hatte das Land 32 Jahre mit eiserner Hand regiert. Im Zuge der Unruhen nach der Asienkrise vor zehn Jahren wuchsen die Proteste gegen ihn und er wurde zum Rücktritt gezwungen. Die Staatsanwaltschaft verklagte ihn damals prompt wegen Veruntreuung von 571 Millionen Dollar. Nach einem Herzanfall und auf Anraten von Ärzten wurde der damalige Strafrechtsfall mit Verweis auf die angeschlagene Gesundheit Suhartos im Jahr 2000 eingestellt.

DPA / DPA