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Irak: Aufstände werden noch Jahre dauern

Im Irak sind wieder mehrere Menschen bei Anschlägen ums Leben gekommen. Der US-Generalstabschef Richard Myers glaubt, dass das die nächsten drei, vier Jahre weitergehen wird.

Der Aufstand im Irak gegen die Regierung und die Koalitionstruppen könnte sich nach Einschätzung von US-Generalstabschef Richard Myers noch über Jahre hinziehen. "Wir brauchen Geduld", sagte der General während einer Pressekonferenz im Pentagon in Washington. Er erwarte keine Ergebnisse schon morgen. "Nach unserer Erfahrung können Aufstände drei, vier oder neun Jahre dauern", so Myers weiter.

Auch US-Außenministerin Condoleezza Rice ist besorgt um die Sicherheit ihrer Landsleute im Ausland. Nach den jüngsten anti-amerikanischen Protesten in Afghanistan hat sie Moslems in aller Welt dazu aufgerufen, Aufrufe zur Gewalt gegen die USA zu ignorieren.

Koran die Toilette heruntergespült

Die Proteste waren durch Berichte ausgelöst worden, wonach Ermittler im US-Militärgefängnis von Guantanamo Bay den Koran auf Toiletten ausgelegt und in einem Fall runtergespült haben sollen. Viele der mehr als 500 in Guantanamo auf Kuba festgehaltenen Terror-Verdächtigen stammen aus Afghanistan.

"Wir haben von unseren moslemischen Freunden in der ganzen Welt von der Besorgnis über diese Angelegenheit gehört", sagte Rice in Washington. "Wir verstehen das und teilen diese Sorgen. Es ist traurig, dass einige Menschen bei den gewaltsamen Demonstrationen ihr Leben verloren haben." Bei den Protesten in Afghanistan waren in den vergangenen Tagen mindestens sieben Menschen getötet worden.

"Ich möchte mich direkt an die Moslems in Amerika und der ganzen Welt wenden", sagte die Ministerin weiter. "Geringschätzung des Heiligen Korans wird nicht und wurde niemals von den Vereinigten Staaten toleriert. Geringschätzung des Heiligen Korans ist für uns alle verabscheuenswürdig."

Im Irak wurden bei mehreren Anschlägen am Donnerstag und Freitag wieder mehr als 20 Menschen getötet. Allein vier Bomben explodierten in Bagdad. Attentäter erschossen zudem zwei ranghohe Offiziere, die auf dem Weg zur Arbeit im Verteidigungs- und im Innenministerium waren. Auch drei US-Soldaten fielen Anschlägen zum Opfer.

Anschlag auf US-Konvoi verübt

Am Freitag haben Aufständische auf der Straße zum Flughafen von Bagdad einen Bombenanschlag auf einen US-Militärkonvoi verübt. Dabei geriet nach Polizeiangaben ein Geländewagen in Brand. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor. US-Soldaten riegelten den Tatort im westlichen Stadtviertel Chadra ab.

Im nahe gelegenen Viertel Ghasalija eröffneten mutmaßliche Aufständische das Feuer auf irakische Soldaten, die in der Gegend eine Razzia durchführten. Nach etwa 30-minütigen Kämpfen zogen sich die Soldaten zurück, wie ein Polizeisprecher erklärte. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Reuters/DPA / DPA / Reuters