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Islamischer Staat: Irakische Armee beginnt mit 10.000 Soldaten Offensive gegen den IS

Die irakische Provinz Al-Anbar war früher Zentrum des sunnitischen Widerstands gegen die US-Truppen. Jetzt hat der IS dort eine Hochburg. Iraks Regierung will die Region jetzt zurückerobern.

Ein irakischer Panzer  auf dem Weg nach Ramadi

Ein Panzer der irakischen Armee auf dem Weg nach Ramadi: Schon im Mai hat die irakische Armee versucht, die Stadt zurückzuerobern

Die irakische Armee hat nach eigenen Angaben im Westen des Landes eine Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Ziel sei es, die Provinz Al-Anbar zurückzuerobern, erklärte ein Militärsprecher am Montag. An der bei Tagesanbruch begonnenen Operation sind demnach neben der Armee auch schiitische Milizen und sunnitische Stämme beteiligt. Insgesamt sollen für die Offensive 10.000 Mann mobilisiert worden sein.

Während der Kämpfe mit der Terrormiliz IS wurden im Irak seit Anfang 2014 mindestens 15.000 Zivilisten getötet und 30.000 verletzt worden, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der UN-Mission für den Irak (Unami). Viele Opfer seien vom IS systematisch ermordet worden, weil sie dessen extremistische Ideologie nicht teilten oder aber vermeintliche Verbindungen zur irakischen Regierung hatten. 

Ramadi und Falludscha unter IS-Kontrolle

Die vor allem von Sunniten bewohnte Provinz Al-Anbar ist eine der wichtigsten Hochburgen des IS. Die Extremisten hatten im vergangenen Mai die Provinzhauptstadt Ramadi eingenommen. Sie kontrollieren mit Falludscha auch die zweite wichtige Stadt der Provinz.

Al-Anbar war bereits nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein 2003 ein Zentrum des sunnitischen Widerstands gegen die US-Truppen. Die Armee hatte in den vergangenen Wochen mehrfach den Beginn einer Offensive in der Provinz verkündet, ohne dass sie den IS tatsächlich zurückdrängen konnte.

Irak kauft F-16-Kampfflugzeuge

Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi rief die Regierungskämpfer auf, Zivilisten zu verschonen. Die Beteiligung der schiitischen Milizen weckt bei Sunniten Ängste vor möglichen Racheakten. Bereits nach der Einnahme der Stadt Tikrit durch Regierungstruppen Ende März hatte es Berichte über Übergriffe von Schiiten auf Sunniten gegeben.

Zugleich trafen im Irak die ersten vier Kampfflugzeuge des Typs F-16 ein, die die Regierung in Bagdad von den USA gekauft hat. Insgesamt will Washington 36 dieser Jets an die irakische Luftwaffe liefen. Außerdem bildet die US-Armee 40 irakische Piloten aus.

tis / DPA