Irak-Konflikt US-Regierung bleibt bei Übergabe-Fahrplan


Auch nach dem tödlichen Attentat auf den Präsidenten des provisorischen irakischen Regierungsrats, Isseddin Salim, bleibt die US-Regierung bei ihrem Plan zur Übergabe der Souveränität am 30. Juni.

Die US-Regierung hält auch nach dem tödlichen Attentat auf den Präsidenten des provisorischen irakischen Regierungsrats, Isseddin Salim, an dem Plan zur Übergabe der Souveränität am 30. Juni fest. "Das, was die Feinde der Freiheit durchsetzen wollen, werden sie nicht schaffen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, am Montag in Washington. Er sprach der Familie Salims im Namen der US-Regierung sein Mitgefühl aus.

Täter waren bisher unbekannte Gruppe

Salim war am Montag in Bagdad bei einem Sprengstoffanschlag auf seinen Autokonvoi getötet worden. Ein Selbstmordattentäter hatte eine Autobombe an einer Straßensperre der US-Armee gezündet. Mit Salim starben sechs weitere Iraker. Zu dem Anschlag bekannte sich am Abend die bisher unbekannte Gruppe "Arabische Widerstandsbewegung/Raschid-Brigaden". "Zwei Mitglieder unserer Gruppe haben diese heldenhafte Tat durchgeführt, die zum Tod des Söldners Issedin führte", hieß es auf einer irakischen Internetseite.

Der schiitische Politiker Salim ist nach der im September erschossenen Akila el Haschimi bereits das zweite Ratsmitglied, das einem Anschlag zum Opfer fiel. Er hatte turnusgemäß für den Monat Mai den Vorsitz im Rat inne. Zu seinem Nachfolger ernannte das Gremium den Geschäftsmann Ghasi el Jawar, der bereits als nächster Ratsvorsitzender für den Monat Juni feststand. US-Außenminister Colin Powell nannte Salim einen "irakischen Patrioten". Das irakische Volk werde seinen Weg weiter gehen und die Vision einer freien Gesellschaft verwirklichen, sagte Powell laut dem US-Nachrichtensender Fox.

Warnung vor voreiligen Schlüssen

Gleichzeitig hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld davor gewarnt, nach dem Fund einer mit geringen Mengen des Nervengases Sarin bestückten Granate im Irak voreilige Schlüsse zu ziehen. Bislang lägen nur die Ergebnisse einer ersten Felduntersuchung vor, die noch unvollständig sein könne, sagte Rumsfeld nach Berichten amerikanischer Medien am Montag in Washington. "Wir müssen vorsichtig sein", warnte er. Weitere Analysen seien notwendig, und es werde noch einige Zeit brauchen, um endgültig sagen zu können, worum es sich bei der Chemikalie tatsächlich handele und inwieweit sich dadurch die Sicherheitslage der US-Truppen im Irak ändere.

Am Montag hatte das US-Militär im Irak mitgeteilt, dass bei der Explosion einer älteren Granate in Bagdad erstmals das Nervengas Sarin in sehr kleiner Menge freigesetzt worden sei. Das Artilleriegeschoss sei am Samstag von einem US-Konvoi entdeckt worden und vor der Entschärfung teilweise explodiert.

DPA

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