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Irak: Neue Hoffnung für philippinische Geisel

Die irakische Übergangsregierung will sich mit der Amnestie für Widerstandskämpfer von den Koalitionsmächten distanzieren. Die Mordserie an schiitischen Mitgliedern der Übergangsregierung geht unterdessen weiter.

Die irakische Regierung will Widerstandskämpfern gegen die US-geführte Koalition eine Amnestie anbieten. "Wir werden denjenigen Straffreiheit gewähren, die nicht zu viele grausame Taten begangen haben", sagte Interimspräsident Ghasi al Jawer der Londoner Zeitung "Financial Times" (Montagsausgabe). Ausgenommen seien Mörder, Vergewaltiger und Entführer. Die Amnestie werde in wenigen Tagen verkündet, sagte al Jawer.

Distanzierung von den Koalitionsmächten

Ein Sprecher von Ministerpräsident Ijad Allawi deutete den Schritt schon vor einigen Tagen an. Darin kommt der Wunsch der Übergangsregierung zum Ausdruck, sich deutlich von den Besatzungsstreitkräften zu distanzieren, die das Land 14 Monate kontrollierten.

Unterdessen wurde in Irak ein weiterer schiitischer Politiker getötet. Bewaffnete eröffneten Sonntagnacht aus einem Auto heraus das Feuer auf Abd al Un Hassan, wie die Polizei in Mussajjib, etwa 70 Kilometer südlich von Bagdad, mitteilte. Hassan war der örtliche Vorsitzende des Obersten Rates für die Islamische Revolution in Irak (SCIRI). Ende vorigen Monats wurden bereits drei Mitglieder der Partei bei einem Anschlag in Bakuba getötet.

Neue Hoffnung für philippinische Geisel

Neue Hoffnung gibt es für einen von Extremisten verschleppten philippinischen Lastwagenfahrer. Die Kidnapper verlängerten ihr Ultimatum, den 46-Jährigen ohne Truppenabzug der philippinischen Regierung zu enthaupten, von Sonntag auf Dienstagabend. "Dies sind gute Signale", sagte die philippinische Arbeitsministerin Patricia Santo Tomas auf dem Weg nach Bagdad während einer Zwischenlandung in Dubai.

Santo Tomas begleitet die Frau und den Bruder von Angelo dela Cruz, der in der Nähe der Stadt Falludscha in Gefangenschaft geraten war. Die philippinische Regierung hat die Forderung der Geiselnehmer nach einem Abzug ihrer in Irak stationierten Truppen bis zum 20. Juli zurückgewiesen. Die 51 Soldaten und Polizisten sollen das Land wie geplant am 20. August verlassen.

AP / AP / DPA