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IS-Geiseln: Japan will die Suche "niemals aufgeben"

200 Millionen Dollar Lösegeld hatte der IS für die japanischen Geiseln gefordert. Die japanische Regierung lehnt eine Zahlung ab und kündigt an, die Männer zu suchen - auch nach Ablauf des Ultimatums.

Der japanische Vizeaußenminister Yasuhide Nakayama kündigte an, die Geiseln sich nach Hause bringen zu wollen

Der japanische Vizeaußenminister Yasuhide Nakayama kündigte an, die Geiseln sich nach Hause bringen zu wollen

Ungeachtet des Auslaufens eines Ultimatums des Islamischen Staats (IS) will Tokio weiter unermüdlich nach den von der Extremistengruppe entführten Japanern suchen. "Wir werden niemals aufgeben, wir werden sie nach Hause bringen", sagte am Samstag Vizeaußenminister Yasuhide Nakayama, der die Bemühungen um die Rettung der Geiseln koordiniert. Zuvor war ein IS-Ultimatum ausgelaufen. Die Dschihadistengruppe hatte mit der Ermordung der beiden entführten Japaner gedroht, sollte Tokio nicht bis Ablauf der Frist ein Lösegeld in Höhe von 200 Millionen Dollar (etwa 173 Millionen Euro) zahlen.

Die Miliz hatte am Dienstag ein Video mit den beiden Geiseln und einem Extremisten im Internet veröffentlicht. Der IS-Kämpfer nannte das Ultimatum eine Reaktion auf die Ankündigung Tokios, die von den Dschihadisten betroffenen Länder finanziell zu unterstützen. Die japanische Regierung lehnte die Zahlung von Lösegeld umgehend ab.

Trotz Waffe "kein Soldat"

Bei der einen Geisel handelt es sich um den 42-jährigen Haruna Yukawa, der den Extremisten im August in Syrien in die Hände fiel. In einem Video gab er damals an, er sei Fotograf, Journalist, ein "halber Arzt" und trotz des Besitzes einer Waffe "kein Soldat". Später tauchte ein Internetvideo auf, auf dem ein Mann, bei dem es sich vermutlich um Yukawa handelt, zu sehen ist, wie er in Syrien mit einem Sturmgewehr in die Luft schießt.

Der zweite Japaner, der 47-jährige Kenji Goto, gründete im Jahr 1996 eine Videoproduktionsfirma. Der Kontakt zu dem freien Journalisten brach Ende Oktober ab, als er nach Aufnahmen in Syrien nach Japan zurückkehren wollte.

kup/AFP / AFP
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