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Israel: Scharon billigt Ausweitung der Gaza-Offensive

Das Ziel ist, Teile des Palästinenser-Gebietes wieder unter israelische Kontrolle zu bringen. Dazu werden Städte und Flüchtlingslager im nördlichen Gaza-Streifen für einen "verlängerten Zeitraum" immer wieder Ziel israelischer Vorstöße.

Das israelische Sicherheitskabinett unter Vorsitz von Ministerpräsident Ariel Scharon hat am späten Donnerstagabend den erweiterten Militäroperationen im Gazastreifen zugestimmt. Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte für den Gazastreifen einen groß angelegten und zeitlich unbegrenzten Einsatz von Bodentruppen angekündigt.

Operation "Tage der Buße"

Zum Schutz der israelische Stadt Sderot soll eine etwa 9,5 Kilometer breite Pufferzone im nördlichen Gazastreifen eingerichtet werden. Damit soll der Beschuss von Sderot mit palästinensischen Raketen verhindert werden. Die palästinensischen Raketen vom Typ Kassam haben eine Reichweite von etwa 7 Kilometer. Die Operation trägt die Bezeichnung "Tage der Buße".

Die palästinensische Autonomiebehörde rief am Donnerstag die internationale Gemeinschaft dazu auf, die israelischen Operationen im Gazastreifen zu verurteilen. Ein Berater von Palästinenserführer Jassir Arafat sagte, der UN-Sicherheitsrat, das so genannte Nahost-Quartett und die USA müssten sofort tätig werden, um die israelischen "Massaker" zu stoppen. Dem Nahost-Quartett gehören die Vereinten Nationen, die USA, die Europäische Union und Russland an.

Eskalation der Kämpfe

Bei einer Eskalation der Kämpfe zwischen Israelis und Palästinensern wurden am Donnerstag im Gazastreifen mindestens 31 Menschen, darunter 3 Israelis, getötet. Zehn Tote habe es gegeben, als ein Panzer im palästinensischen Flüchtlingslager Dschabalia eine Granate auf eine Hauptstraße gefeuert habe, wurde aus einem Krankenhaus mitgeteilt.

Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) protestierte bei der israelischen Regierung gegen die Behinderung seiner Arbeit im Gazastreifen. Wegen des Einsatzes der Armee sei die Verteilung von Lebensmitteln unterbrochen, UN-Mitarbeiter seien erheblichen Gefahren ausgesetzt, kritisierte das Hilfswerk. (dpa)