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Kairo: Ägyptisches Gericht verbietet Muslimbruderschaft

Ein ägyptisches Gericht hat die Muslimbruderschaft verboten. Das Gericht in Kairo beschloss außerdem, das Vermögen und die Immobilien der Islamistenbewegung zu konfiszieren.

Die Muslimbruderschaft ist in Ägypten für illegal erklärt worden. Ein Gericht in Kairo erließ das Verbot am Montag in einem Eilverfahren. Gleichzeitig beschloss der Richter, das Vermögen und die Immobilien der Islamistenbewegung sollten von der Regierung konfisziert werden. Damit steht die Islamistenbewegung, die in Kairo noch vor drei Monaten den Präsidenten und die Mehrheit der Minister stellte, jetzt schlechter da als unter dem 2011 gestürzten Präsidenten Husni Mubarak.

In den vergangenen Tagen hatten in mehreren ägyptischen Städten Hunderte Islamisten erneut gegen die Übergangsregierung und die Entmachtung der Muslimbruderschaft demonstriert. Die Muslimbrüder forderten, dass der nach Massenprotesten am 3. Juli entmachtete islamistische Präsident Mohammed Mursi wieder als Staatschef eingesetzt wird.

Mitte August hatten Sicherheitskräfte die Protestlager der Mursi-Anhänger in Kairo geräumt. Hunderte Menschen wurden dabei getötet.

Mursi wurde Anfang Juli gestürzt, die Muslimbrüder waren Ende 2011 als Sieger aus den Parlamentswahlen hervorgegangen.

Die Muslimbruderschaft, deren Führungsspitze inzwischen im Gefängnis sitzt, könnte theoretisch Einspruch gegen das Urteil einlegen. Der Prozess vor dem Eil-Gericht geht auf eine Klage der linken Tagammu-Partei zurück. Diese hatte argumentiert, die Muslimbrüder gefährdeten die nationale Sicherheit.

DPA/kmi / DPA