KALIFORNIEN Nationalpark steht in Flammen


Die Ursachen für den Brand im Sequoia-Park in Kalifornieren ist geklärt. Die Behörden haben eine 45-jährige Camperin festgenommen, die das Feuer verursacht hat.

Drei Tage nach Beginn des Waldbrands im Sequoia-Nationalpark von Kalifornien haben die Behörden eine 45-jährige Camperin festgenommen, die das Feuer möglicherweise verursacht hat. Die Frau wurde aufgrund von Zeugenaussagen in ihrem Haus in Bakersfield verhaftet, wie ein Forstbeamter mitteilte.

Ursache: Feuer auf der Kochstelle

Die festgenommene Frau sei am Sonntag in einem Laden erschienen und habe berichtet, dass ein Feuer ihrer Kochstelle außer Kontrolle geraten sei, berichtete der Forstbeamte Brian Adams. Wenige Minuten danach sei ein nahe gelegenes Sommerhaus in Flammen aufgegangen. Da es in der Gegend seit dem Frühjahr nicht mehr geregnet hat, konnten sich die Flammen mit rasender Geschwindigkeit immer tiefer in den Wald fressen.

Erste Vermutung nicht bestätigt

Die Forstverwaltung vermutete zuerst, dass der Brand sich von einem Lagerfeuer aus verbreitet hat. Da es in der Gegend seit dem Frühjahr nicht mehr geregnet hat, konnten sich die Flammen mit rasender Geschwindigkeit immer tiefer in den Wald fressen. Kleinere Bäume explodierten förmlich, und die Flammen sprangen - angefacht von starkem Wind - von Baumspitze zu Baumspitze

Brand auf 2.000 Hektar Fläche

Ein riesiger Waldbrand bedroht seit drei Tagen die Mammutbäume im Sequoia-Nationalpark. Die Forstbehörde hat mehr als 1.000 Feuerwehrleute - darunter auch Elitetruppen - zur Bekämpfung der Brandwalze aufgeboten, die auf einer Fläche von rund 20.000 Hektar wütet. Einige kleinere Exemplare der Bäume wurden bereits von den Flammen verschlungen. Die Bemühungen der Feuerwehrleute, die den Bränden mit Löschflugzeugen und Hubschrauber zu Leibe rücken, konzentrieren sich nun darauf, die wertvollsten der alten Bäume entlang dem »Pfad der 100 Riesen« zu retten.

Ehrwürdige Riesen

Sequoias können bis zu 3.200 Jahre alt werden. Normalerweise sind ihren massiven Stämme durchaus in der Lage, Waldbränden zu trotzen. Gefahr droht ihnen aber, wenn andere, kleinere Bäume in Brand geraten und die Flammen auf ihre Äste hoch über dem Waldboden übergreifen. Und genau diese Gefahr ist diesmal gegeben, wie Matt Mathes von der Forstverwaltung erklärt. Der Grund: Es gibt zu viel dichtes Unterholz, und außerdem war es in den vergangenen Wochen extrem trocken. »Diese Mammutbäume können einer Menge Feuer widerstehen, aber wenn sich viel Brennmaterial auf dem Boden angesammelt hat und dazu noch ungünstige Wetterverhältnisse kommen, dann haben wir ein Problem.«

Prävention wurde abgeschmettert

Pläne der Forstverwaltung, Waldbränden durch das Ausdünnen des Baumbestands vorzubeugen, seien von den Gerichten blockiert worden, erklärt Ranger Del Pengilly. »Gegen praktisch jedes Projekt, das wir in Angriff nehmen wollten, haben Umweltschützer Klage eingereicht,« sagt er.

Mehr kleinere Bäume

Carl Zichella von der Umweltschutzorganisation Sierra Club erhebt dagegen schwere Vorwürfe gegen die zuständigen Behörden. Jahrzehntelang seien Feuer unterdrückt worden. Das habe dazu geführt, dass es jetzt viele kleinere Bäume gebe, an denen sich die Flammen dann empor zu den Riesen züngeln könnten.

Bis zu 1.500 Jahre alt

Die gefährdeten Bäume in dem Nationalpark 210 Kilometer nördlich von Los Angeles sind bis zu 1.500 Jahre alt und teilweise über sechs Meter dick. Sequoias gehören zu den größten und ältesten Bäumen der Erde; sie gelten als eines der Symbole des amerikanischen Westens.

Durchmesser teilweise mehr als drei Meter

Der akut bedrohte »Pfad der 100 Riesen« umfasst tatsächlich mehr als 260 Sequoias. 125 davon haben einen Stammdurchmesser von über drei Metern. Der größte von ihnen ist ein 67 Meter hoher und sechs Meter dicker Gigant.


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