Kanarische Inseln Flüchtlingsproblem verschärft sich


Ein Strom von Flüchtlingen hat die Kanarischen Inseln erreicht. An zwei Tagen strandeten über 450 Afrikaner auf europäischem Boden, allein 116 "Illegale" wurden auf einem winzigen Boot gezählt.

Die Kanarischen Inseln erleben einen neuen Ansturm von illegalen Immigranten aus Afrika. Wie der spanische Rundfunk berichtet, gelangten innerhalb von zwei Tagen 451 Flüchtlinge mit sechs Booten auf die Ferieninseln Teneriffa und Fuerteventura. Eines dieser Boote hatte 116 Afrikaner an Bord, die höchste Zahl von illegalen Zuwanderern, die auf den Kanaren jemals in einem einzelnen Fischerboot registriert wurde.

Seit Januar 4500 Flüchtlinge gefasst

Mit der Ankunft der Boote verschärft sich auf der Inselgruppe erneut das Flüchtlingsproblem, nachdem der Zustrom von "Illegalen" in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen war. Die Regierungen von Spanien und Mauretanien hatten vereinbart, beim Kampf gegen die illegale Immigration zusammenzuarbeiten. Nach Rundfunkberichten sind die Schleuserbanden mittlerweile dazu übergegangen, die Flüchtlingsboote weiter südlich als bisher von der Westküste Afrikas in See stechen zu lassen. Einige dieser Boote seien möglicherweise im Süden Mauretaniens oder in Senegal ausgelaufen, hieß es.

Damit steigt die Zahl der seit Januar auf den Kanaren gefassten Flüchtlinge auf etwa 4500 - mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Das Rote Kreuz schätzt, dass bereits mehr als 1000 Auswanderer auf dem Weg von Westafrika zu der spanischen Inselgruppe in diesem Jahr ertrunken oder verhungert sind. Die Reise von der Westküste zu den Kanaren geht etwa über 320 Kilometer und kann bis zu mehreren Tagen dauern.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker