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Klimagipfel: Europas größter Solarpark eingeweiht

Es ist das vielleicht wichtigste Thema der Erde: In Paris verhandeln mehr als 150 Staatschefs ob eines neuen Weltklimavertrags. Nach Ausschreitungen wurden Demonstranten verurteilt. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

In Südwestfrankreich ist der Photovoltaikpark in Cestas nahe Bordeaux, die größte Solaranlage Europas, offiziell eingeweiht worden

In Südwestfrankreich ist der Photovoltaikpark in Cestas nahe Bordeaux, die größte Solaranlage Europas, offiziell eingeweiht worden

In den ersten Tagen der Klimakonferenz in Paris haben sich die Regierungschefs gesprächsbereit gezeigt. Beim UN-Klimagipfel wollen 196 Verhandlungspartner sechs Jahre nach der gescheiterten Konferenz von Kopenhagen einen neuen Weltklimavertrag verabschieden. Ziel ist, den Ausstoß gefährlicher Gase bis 2030 so zu senken, dass die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden kann. Nach Ausschreitungen in Paris werden unterdessen Demonstranten verurteilt. 

Die Nachrichten des Tages zum Nachlesen:

+++ 15.13 Uhr: Klimaflüchtlinge stoßen auf rechtliche Hürden +++

Der Klimawandel macht bestimmte Weltregionen nach und nach unbewohnbar - doch Menschen, die davor fliehen, treffen auf rechtliche Hürden. "Wir können mit Wirtschaftsmigranten umgehen und mit Flüchtlingen", sagte Koko Warner von der Universität der Vereinten Nationen. Doch Klimaflüchtlinge seien im internationalen Recht nicht als eigene schutzbedürftige Gruppe identifiziert. Teil der Lösung könnten etwa Reiseerleichterungen für Betroffene sein.

Bedroht sind etwa einige Pazifikinseln. Mehr als 70 Prozent der Haushalte auf Kiribati und Tuvalu und 35 Prozent auf Nauru gaben an, dass Familienmitglieder wegziehen würden, falls negative Auswirkungen wie Dürren, steigender Meeresspiegel oder Überflutungen zunähmen. Allerdings hat demnach nur ein Viertel der Haushalte die nötigen finanziellen Mittel für Umzug oder Abwanderung - viele blieben trotz sich verschlechternder Bedingungen "gefangen", so die Autoren.

+++ 14.48 Uhr: Fabius fordert mehr Tempo bei Klimaverhandlungen +++

Die Verhandlungen für einen neuen Klimavertrag kommen aus Sicht von Tagungsleiter Laurent Fabius zu schleppend voran. "Wir müssen den Prozess beschleunigen, weil wir noch viel zu erledigen haben", sagt Frankreichs Außenminister. "Wir müssen erfolgreich sein und dafür alles tun", fordert er. Dabei dürfe keine Zeit verloren werden. Die rund 150 Staats- und Regierungschef hätten zum Auftakt die Dringlichkeit einer Einigung klar gemacht, sagt Fabius.

+++ 14 Uhr: Naturforscher David Attenborough betont Dringlichkeit im Klimagipfel +++

Der britische Naturforscher David Attenborough warnt: "Das Überleben der natürlichen Welt steht auf dem Spiel".


+++ 13.56 Uhr: Energieagentur fordert Ende aller Subventionen für Kohle, Öl und Gas +++

Die Internationale Energieagentur (IEA) fordert ein Ende der staatlichen Förderung für fossile Brennstoffe. Diese Subventionen für Kohle, Öl und Gas seien "der Feind Nummer eins für das Wachstum von erneuerbaren Technologien und Energieeffizienz", sagt IEA-Chef Fatih Birol der "Zeit". Regierungen weltweit müssten diese Subventionen abschaffen. Ihre Höhe beträgt nach Berechnungen der IEA jährlich fast 472 Milliarden Euro.

+++ 13.06 Uhr: Europas größter Solarpark sorgt für Mega-Power +++

Während in Paris die UN-Klimakonferenz stattfindet, wird in Südwestfrankreich die größte Solaranlage Europas offiziell eingeweiht. Der Photovoltaikpark in Cestas nahe Bordeaux hat eine Leistung von 300 Megawatt. Der Anteil von Sonnenenergie an der Stromproduktion in Frankreich steigt mit der Anlage von 1,4 Prozent auf 1,7 Prozent.

+++ 12.40 Uhr: Umweltschützer: Kaum Bewegung im Poker um Klima-Hilfsgelder +++

Im Streit um Klima-Hilfsgelder für Entwicklungsländer gibt es nach Einschätzung von Unterhändlern bislang kaum Bewegung auf der Pariser UN-Klimakonferenz. "Das Finanzthema ist eins der schwierigsten hier", sagt Alden Meyer von der US-amerikanischen Vereinigung besorgter Wissenschaftler. "Die Leute lassen sich nicht in die Karten schauen und legen zu diesem Zeitpunkt nicht sehr viel auf den Tisch."

+++ 11.01 Uhr: Die reichsten zehn Prozent produzieren die Hälfte aller CO2-Emissionen +++

Laut Zahlen der Hilfsorganisation Oxfam produzieren die reichsten zehn Prozent auf der Erde rund die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen.


+++ 10.45 Uhr: Verhandlungen kommen schleppend in Gang +++

Die Experten-Gespräche beim Klimagipfel kommen aus deutscher Sicht nur zäh in Gang. "Die Verhandlungen sind noch nicht so schnell, wie ich es mir gewünscht habe", sagt Karsten Sach, der für Deutschland verhandelt. "Die Leute halten ihr Pulver trocken." Er hoffe deshalb auf politischen Druck, um die Gespräche zu beschleunigen. Es sei "so, als ob wir drei Wochen in Paris bleiben würden und nicht zwei". Über das Verfahren gebe es aber keine größeren Streitigkeiten.

+++ 10.44 Uhr: Zwei Verurteilungen nach Ausschreitungen in Paris +++

Nach den Ausschreitungen am Rande von Klima-Protesten in Paris werden zwei Demonstranten im Schnellverfahren verurteilt. Das Pariser Strafgericht verhängte eine dreimonatige Haftstrafe gegen einen 28-Jährigen, der auf dem Platz der Republik einen Polizisten durch einen Flaschenwurf an der Lippe verletzt hatte. Eine 25-jährige Frau wurde zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt.

Am Rande von Protesten für mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung war es am Sonntag in Paris zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. Die bewarfen die Beamten mit Wurfgeschossen, die Polizei setzte Tränengas ein und nahm mehr als 340 Menschen vorübergehend fest.

+++ 9.11 Uhr: New York plant größte städtische Elektroautoflotte der USA +++

Der städtische Fahrzeugpark der US-Metropole New York soll nach den Plänen von Bürgermeister Bill de Blasio zum "saubersten" im ganzen Land werden. Dazu sollten in den kommenden zehn Jahren 2000 Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor durch Elektroautos ersetzt werden, teilt der Bürgermeister mit. Mit dem Programm "NYC Clean Fleet" soll der Treibhausgasausstoß der kommunalen Fahrzeugflotte bis 2025 halbiert und bis 2035 um 80 Prozent gesenkt werden. Durch die Umstellung soll der Spritverbrauch um 9,4 Millionen Liter pro Jahr gesenkt werden.

+++ 6.07 Uhr: Hurrikan-Saison 2015 bricht gleich mehrere Rekorde +++

Die Hurrikan-Saison 2015 hat eine Reihe von Rekorden gebrochen, darunter den des gewaltigsten Hurrikans, der je gemessen wurde. Es wurde auch die größte Zahl starker Hurrikane im Pazifik seit über 40 Jahren registriert, gibt  die US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung bekannt. Die diesjährige Hurrikan-Saison war am Montag zu Ende gegangen.

+++ 4.30 Uhr: Wind lässt Menschen in Peking aufatmen +++

Tagelang war die Schadstoffbelastung in Peking gefährlich hoch; es war der schlimmste Smog in diesem Jahr. Jetzt können die Menschen in Peking buchstäblich aufatmen: Der Wind dreht und weht aktuell aus dem Nordwesten. Die Messwerte für den gefährlichen Feinstaub fallen auf dem Index von über 600 (das war mehr als 24-mal so hoch wie der empfohlene Höchstwert) auf nur noch grenzwertige 25. Diese günstige Wetterlage soll mehrere Tage anhalten. Seit dem Wochenende hatten Behörden dazu geraten, im Haus zu bleiben; wer draußen unterwegs war, trug eine Atemschutzmaske. Viele Menschen, insbesondere Kinder, mussten in Kliniken behandelt werden.


+++ 3.36 Uhr: Staaten zeigen Gesprächsbereitschaft bei Konferenz +++

Zur Mitte der ersten Verhandlungswoche der Pariser Klimakonferenz loben Experten die Gesprächsbereitschaft der gut 190 beteiligten Staaten. "Ich erwarte im Laufe dieser Woche weitere vertrauensbildende Angebote", sagte Christoph Bals, politischer Geschäftsführer der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch, mit Blick auf die Verhandlungen, die heute fortgesetzt werden.

+++ 0.45 Uhr: Republikaner im US-Kongress stimmen gegen Obamas Klimaschutz-Plan +++

Mit einem Votum macht die republikanische Mehrheit im US-Kongress ihren Widerstand gegen das Programm von US-Präsident Barack Obama zur Reduzierung der Treibhausgase in den USA deutlich. Der Kongress stimme mehrheitlich für die Annullierung der neuen Vorschriften zur Verringerung des CO2-Ausstoßes. Doch hat das Votum lediglich einen symbolischen Charakter, denn Obama hat bereits angekündigt, dass er sein Veto dagegen einlegen wird.

jen / AFP / DPA / Reuters