Klimagipfel in Kopenhagen Start der Abschlusskonferenz


Nach zweijährigen Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen eröffnen rund 15.000 Teilnehmer aus 192 Staaten am Montag die Abschlusskonferenz in Kopenhagen. Der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte am Vorabend, Industriestaaten und Schwellenländern müssten noch weiterreichende Verpflichtungen eingehen.

Nach zweijährigen Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen eröffnen rund 15.000 Teilnehmer aus 192 Staaten am Montag die Abschlusskonferenz in Kopenhagen. Der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte am Vorabend, Industriestaaten und Schwellenländern müssten noch weiterreichende Verpflichtungen eingehen als bisher, um die globale Erwärmung zu bremsen.

"Die Zeit ist gekommen", sagte de Boer. "In den nächsten zwei Wochen müssen die Regierungen etwas bieten." Das sind zum einen Verpflichtungen zur Eindämmung der eigenen Treibhausgase, zum anderen Finanzhilfen für Klimaschutzmaßnahmen in den armen Ländern. Erklärtes Ziel ist ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll mit einer Verpflichtung aller Staaten, den Ausstoß der schädlichen Kohlendioxid-Emissionen zu verringern und damit die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

Hoffnung machte am Sonntag die Ankündigung von Südafrika, seine CO2-Emissionen in den nächsten zehn Jahren um 34 Prozent zu reduzieren. "Das macht Südafrika zu einem der Stars bei den Verhandlungen", erklärte die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Mehr als 100 Staats- und Regierungschefs haben angekündigt, während der letzten beiden Konferenztage nach Kopenhagen zu kommen. Entgegen der ursprünglichen Planung hat auch US-Präsident Barack Obama diese Absicht bekanntgegeben. Einige der Delegationen trafen mit dem Zug in Kopenhagen ein, um selbst ein Zeichen zu setzen.

Der Leiter des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner, sagte, die bislang geplanten Hilfen der Industriestaaten für die Entwicklungsländer seien unzureichend. "Der derzeit diskutierte Sofortfonds in Höhe von zehn Milliarden Euro bewegt sich unterhalb des Minimums dessen, was für konsequente Klimapolitik tatsächlich notwendig wäre", sagte Steiner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagausgabe). Zu den Erfolgschancen der Konferenz, die am (heutigen) Montag beginnt, sagte Steiner: "In Kopenhagen ist ein Deal noch immer möglich."

Steiners Vorgänger Klaus Töpfer forderte die EU-Staaten zu einer Verschärfung ihrer Klimaschutzziele auf. Sie sollten eine Reduktion der CO2-Emissionen um 30 Prozent bis 2020 nicht länger mit Bedingungen verknüpfen, sagte Töpfer der "Frankfurter Rundschau". Die Europäische Union hat bislang eine Reduzierung der Emissionen bis 2020 um 20 Prozent beschlossen, gemessen am Basisjahr 1990.

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AP AP

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