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Konflikt in Kosovo: Bundeswehr stockt vorübergehend auf

Die derzeitige Aufstockung der Kfor im Kosovo soll nicht von Dauer sein, sagt Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt von der CSU. Obwohl die Bundeswehr 550 zusätzliche Soldaten in das umstrittene Land im ehemaligen Jugoslawien verlegen will, sollen die langfristigen Abzugspläne nicht beeinträchtigt werden.

Die Aufstockung des Bundeswehrkontingents im Kosovo ist nach den Worten von Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) nur vorübergehend. "In einigen Wochen sollte dies seinen Zweck erfüllt haben", sagte Schmidt in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (DPA). "Das ist keine Feuerwehrmission, weil es brennt. Aber es geht darum, Präsenz zu zeigen." Bis 2012 sei eine weitere massive Reduzierung des Engagements geplant.

Die Bundeswehr hatte am Dienstag die Verlegung von 550 zusätzlichen Soldaten zur Unterstützung der internationalen Schutztruppe KFOR ins Kosovo angekündigt. Dort hatten sich die Spannungen im Grenzgebiet zwischen Serbien und dem seit 2008 unabhängigen Kosovo zugespitzt. Die deutschen Soldaten sollen gemeinsam mit 150 Österreichern aus dem sogenannten ORF-Bataillon (Operational Reserve Force) in der Krisenregion stationiert werden. Damit sind etwa 1450 deutsche Soldaten im Kosovo im Einsatz.

Nach Schmidts Worten ändert das zusätzliche Engagement nichts daran, dass voraussichtlich bis 2012 die nächste Stufe des KFOR-Einsatzes erreicht werden kann. Dann würde der Einsatz auf eine "nicht-operative Phase" (Gate 3) mit 1500 bis 2000 Soldaten zurückgeführt. "Wir streben Stabilisierung durch die weitere Übergabe von Verantwortung an", erläuterte Schmidt.

Überprüfung im Herbst soll Zukunuft der Truppenstärke festlegen

Voraussetzung für die weitere Reduzierung ist allerdings das Ergebnis einer für diesen Herbst geplanten Überprüfung und damit eine Entspannung der gegenwärtigen Lage. "Wer nach Europa will, muss bereit sein Kompromisse zu schließen, aber insbesondere nationale Grenzen ohne Wenn und Aber akzeptieren", sagte Schmidt. "Das Kosovo ist ein unabhängiges Land, dazu gehört auch der Norden." Debatten über eine Teilung oder Autonomie des von Serben bewohnten Nordteils seien überflüssig. "Die Zeit ist vorbei."

ono/DPA / DPA