Konflikt mit Nordkorea US-Marine soll Atomschmuggel verhindern


Trotz verschärfter UN-Sanktionen bietet Nordkorea der Weltgemeinschaft weiter die Stirn und droht sogar mit Krieg. Die USA wollen jedoch nicht tatenlos zusehen, wie Pjöngjang sein Atomprogramm vorantreibt. Die Marine soll nordkoreanische Schiffe stoppen und auf verdächtige Ladung untersuchen.

Nach den verschärften UN-Sanktionen gegen Nordkorea bereiten die USA konkrete Schritte vor, die Lieferung von verbotenen Waffen und Nuklearmaterial an das Regime in Pjöngjang zu verhindern. Wie die "New York Times" berichtet, soll die Marine bei entsprechendem Verdacht nordkoreanische Schiffe stoppen, um deren Fracht zu untersuchen. Allerdings soll dabei keine Gewalt angewendet werden. Eine entsprechende Anordnung will Präsident Barack Obama an die Streitkräfte geben, berichtet das Blatt.

Obama traf sich am Dienstag in Washington mit seinem südkoreanischen Kollegen Lee Myung Bak, um das weitere Vorgehen im Atomstreit abzustimmen. Dabei sprach er sich für eine konsequente Umsetzung der von den Vereinten Nationen beschlossenen Sanktionen aus. Die USA würden in den kommenden Monaten mit ihren Partnern darüber sprechen, wie die angekündigte Kontrolle der Frachtschifffahrt nach und von Nordkorea durchgesetzt werden könne, sagte der US-Präsident.

Obama verurteilte das nordkoreanische Atomprogramm als schwere Bedrohung Südasiens und der ganzen Welt. Zugleich rief er Pjöngjang zu Verhandlungen im Atomkonflikt auf. Das Land werde sich durch seine Drohungen weder Sicherheit noch Respekt verschaffen, betonte er.

Der Weltsicherheitsrat hatte am Freitag einstimmig für schärfere Sanktionen als Antwort auf jüngste Atomtests Nordkoreas votiert. Kernpunkt ist die Untersuchung von Fracht nach Nordkorea. Die Resolution ist völkerrechtlich verbindlich, was bedeutet, dass sie notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden kann. Das Regime in Pjöngjang antwortete auf die Sanktionsverschärfung mit einer erneuten Kriegsdrohung und kündigte den Bau weiterer Atomwaffen an.

Das US-Abgeordnetenhaus rief Pjöngjang zur sofortigen Einstellung aller Drohungen gegen Südkorea auf. Das kommunistische Land müsse damit beginnen, die zwischenstaatlichen Beziehungen auf der koreanischen Halbinsel zu verbessern, heißt es in einer am Montag (Ortszeit) verabschiedeten Resolution. Nordkorea solle zudem eine früher eingegangene Verpflichtung zur Aufgabe seines Atomprogramms erfüllen.

Wie die "New York Times" weiter berichtet, haben die USA das geplante Vorgehen gegen nordkoreanische Schiffe mit Russland und China abgestimmt. Im Einzelnen heißt es, die US-Marine solle verdächtige nordkoreanische Schiffe zu einem Hafen eskortieren, wo ihre Fracht untersucht werden soll. Sollte sich ein Schiff weigern, werden die USA dies dem UN-Sicherheitsrat melden. Washington, heißt es in dem "Times"-Bericht, gehe davon aus, dass auch die Pekinger Regierung die Sanktionen durchsetzen werde.

Russland und China forderten Nordkorea zum Verzicht auf Atomwaffen auf. Das Nuklearpotenzial Pjöngjangs sei eine "ernsthafte Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit", hieß es in einer auf dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in der russischen Stadt Jekaterinburg veröffentlichten Erklärung. Kremlchef Dmitri Medwedew verurteilte die jüngsten Atom-Drohungen der kommunistischen Führung in Nordkorea als "unannehmbar".

DPA/Reuters DPA Reuters

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