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Konsequenz aus Wahlschlappe: Bush opfert Rumsfeld

US-Verteidigungsminster Donald Rumsfeld wird seinen Posten als Pentagon-Chef räumen. Das bestätigte US-Präsident George W. Bush auf einer Pressekonferenz in Washington. Der Nachfolger steht schon bereit.

US-Präsident George W. Bush hat nach der Niederlage seiner Republikanischen Partei bei den Kongresswahlen erste Konsequenzen gezogen. Er kündigte am Mittwoch wegen des Kriegschaos im Irak den Rücktritt von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld (74) an. Zugleich räumte Bush als Chef der Republikaner seine Mitschuld an den massiven Stimmverlusten ein.

"Nach einer Reihe ruhiger Gespräche sind Minister Rumsfeld und ich übereingekommen, dass dies ein guter Zeitpunkt für einen Führungswechsel im Pentagon ist", sagte Bush am Mittwoch. Als Nachfolger Rumfelds nannte Bush den früheren CIA-Chef Robert Gates (63). Rumsfeld sei eine "hervorragender Verteidigungsminister in einer Zeit des Wandels" gewesen, sagte der Präsident.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) dankte Rumsfeld für "die gute Zusammenarbeit" und fügte hinzu: "Wir werden die gemeinsamen Aufgaben in der Atlantischen Allianz, die vor uns stehen, in der bewährten deutsch-amerikanischen Freundschaft angehen."

Der Präsident räumte derweil seine Mitschuld an der Niederlage seiner Republikaner bei den Kongresswahlen ein. "Ich trage einen großen Teil der Verantwortung", sagte er. Zugleich gratulierte er den Demokraten zu ihrem Erfolg: "Demokraten hatten eine gute Nacht." Er sei von dem Ausgang der Wahl enttäuscht, sagte Bush.

Die demokratische Partei hatte bei den Wahlen vom Dienstag nach zwölf Jahren das Repräsentantenhaus von den Republikanern zurückerobert. Die Abstimmung galt auch als Referendum über die Regierungspolitik, vor allem mit Blick auf den Kriegsverlauf im Irak.

Bush zeigte sich zur Zusammenarbeit mit den Demokraten bereit. "Ich glaube, dass wir in der Lage sein werden, unsere Differenzen abzuarbeiten." Die Botschaft der Wähler sei gewesen, dass sie von der politischen Führung in Washington verlangen, Parteipolitik beiseite zu lassen, sich an ethische Standards zu halten, und gemeinsam an der Lösung der Probleme des Landes zu arbeiten.

DPA/Reuters/AP