Ku-Klux-Klan Mordprozess nach vier Jahrzehnten


Einer der letzten Fälle aus der Zeit der US-Bürgerrechtsbewegung wird zurzeit neu aufgerollt. Der 80-jährige Edgar Killen muss sich wegen des Dreifachmordes vor Gericht verantworten.

Vier Jahrzehnte nach einem Aufsehen erregenden Dreifachmord des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan im US-Bundesstaat Mississippi muss sich einer der mutmaßlichen Drahtzieher seit Montag vor Gericht verantworten. Dem 80-jährigen Laienprediger Edgar Killen wird vorgeworfen, sich des Mordes an drei jungen Bürgerrechtlern schuldig gemacht zu haben. Doch obwohl das Bundeskriminalamt FBI nach der Tat genug Beweise zusammengetragen habe, einschließlich der Geständnisse von drei Tatbeteiligten, sei niemand wegen Mordes angeklagt worden.

Der ohnehin spektakuläre Prozess hat jetzt noch zusätzliche Brisanz erhalten. So wird ein überwiegend weißes Gericht das Urteil über den Angeklagten fällen. Der Jury gehören dem Nachrichtensender CNN zufolge vier Schwarze und 13 Weiße an.

"Mississippi Burning" machte die Bluttat weltweit bekannt

Die rassistisch motivierte Bluttat war ein Wendepunkt in der US-Bürgerrechtsbewegung und wurde durch den Film "Mississippi Burning" von 1988 weltweit bekannt. Am 21. Juni 1964 wurden drei 20 bis 24 Jahre alte Bürgerrechtler, die auf dem Weg zu einer von Klan-Mitgliedern niedergebrannten Kirche waren, vorläufig wegen Raserei und "verdächtigen Verhaltens" festgenommen. Den Angaben zufolge wurden die drei Männer nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis gegen 22.30 Uhr einem Mob des Ku-Klux- Klan übergeben. Kurz darauf wurden sie auf einer Landstraße bei Philadelphia erschossen und ihre Leichen vergraben.

Killen, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, konnte allerdings nie eine konkrete Mittäterschaft nachgewiesen werden. Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN wurde 1967 lediglich ein Prozess wegen Verletzung von Bürgerrechten eröffnet. Damals seien sieben Personen zu geringen Haftstrafen verurteilt worden. Acht weitere Angeklagte, darunter auch Killen, hätten das Gericht als freie Leute verlassen können. Keine Jury und kein Richter hätte es vor vier Jahrzehnten gewagt, ein Mitglied des Ku-Klux-Klans zu verurteilen, heißt es.

Killen zeigt Sympathie für Mörder

Killen selbst hat immer wieder sowohl seine Mitgliedschaft im Ku-Klux-Klan als auch jede Tatbeteiligung bestritten. Dabei wirkte er alles andere als glaubwürdig. So bekundete er öffentlich seine Sympathie mit den Mördern. "Ich sage nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben", sagte Killen der Tageszeitung "Jackson Clarion-Ledger". Und auch zum Prozessauftakt zeigte sich Killen angriffslustig. Auf dem Weg ins Gericht drohte er einem Fernsehteam am Montag mit der Faust. Im Gericht wurde Killen dann von einem bekennenden Mitglied des Ku-Klux-Klans begrüßt, sehr zum Verdruss seines Verteidigers James McIntyre. Dieser hat die Mitgliedschaft Killens längst zugegeben, wobei er die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft jedoch weiter bestritt. Staatsanwalt Jim Hood hatte im Eröffnungsplädoyer den Angeklagten beschuldigt, 1964 Mitglieder der weißen Rassisten- Organisation aufgehetzt zu haben, die Bürgerrechtler zu jagen und zu töten. Die Anklage werde vor Gericht Ku-Klux-Klan-Mitglieder präsentieren, die die Schuld Killens bezeugen würden.

AP/DPA AP DPA

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