Kuba Castro nach Darm-OP "bei bester Laune"


Fidel Castro ist nach seiner Darmoperation wohlauf. Das hat er seinen Landsleuten versichert. Sein Gesundheitszustand soll jedoch als Staatsgeheimnis behandelt werden, da der Erzfeind USA auf der Lauer liege.

Der Zustand des kubanischen Staatschefs Fidel Castro ist am Tag nach seiner Darmoperation offiziellen Angaben zufolge stabil, er sei sogar bei bester Laune. In einer Erklärung, die im staatlichen kubanischen Fernsehen verlesen wurde und die von dem knapp 80 Jahre alten "Revolutionsführer" stammen soll, hieß es: "Ich kann sagen, dass ich mich in einem stabilen Zustand befinde, aber eine wirkliche Entwicklung meiner Gesundheit braucht Zeit." Castro vor der Operation erstmals seit der Revolution 1959 die Amtsgeschäfte vorübergehend an seinen knapp fünf Jahre jüngeren Bruder und Stellvertreter Raúl übergeben.

In der Erklärung entschuldigte sich Castro dafür, keine weiteren Details verraten zu können. Der Erzfeind USA sei aber ständig auf der Lauer. Deshalb müsse sein Gesundheitszustand als Staatsgeheimnis behandelt werden. Das Land sei aber darauf vorbereitet, sich mit den Streitkräften und dem Volk zu verteidigen. Castro forderte seine Landsleute auf, "weiterzuarbeiten und zu kämpfen". Im Anschluss an die Erklärung wurden vom TV-Moderator Genesungswünsche verlesen, darunter auch vom linksnationalistischen venezolanischen Präsidenten Hugo Chàvez und seinem bolivianischen Kollegen Evo Morales.

Gerüchte über Castros Tod

Parlamentspräsident Ricardo Alarcón hatte zuvor zahlreiche Gerüchte, Fidel Castro sei bereits gestorben, energisch zurückgewiesen. Er beendete als erster Politiker das Schweigen über den Gesundheitszustand des "Maximo Lider" und sagte, "der letzte Augenblick" sei noch sehr weit entfernt. Die Revolution auf der sozialistischen Karibikinsel gehe aber weiter, so Alarcón.

"Der Imperialismus kennt die Größe von Fidel Castro nicht. Er wird bis zum letzten Augenblick kämpfen, obwohl dieser letzte Augenblick noch weit entfernt ist", betonte Alarcón nach Angaben kubanischer Medien. Nach einer komplizierten Operation beschließe Castro sogar vom Krankenbett aus noch Maßnahmen gegen eine eventuelle Aggression durch die USA.

Solidarische Kundgebungen

Vor Alarcón war lediglich in Venezuela - dem Land des engen Castro-Verbündeten Chàvez - offiziell von einer "positiv voranschreitenden Erholung" Castros nach der Operation berichtet worden. Westliche Diplomaten und andere Ausländer berichteten unterdessen aus Havanna, unter den Kubanern herrsche weitgehend Ruhe.

Die meisten Menschen seien am Dienstag zur Arbeit gegangen. In einigen Büros und Bildungseinrichtungen seien derweil Kundgebungen der Solidarität mit Fidel und Raúl Castro veranstaltet worden. Das Straßenbild sei normal. Alle warteten allerdings gespannt auf Nachrichten über Castro, hieß es. "Er darf noch nicht gehen, er muss mir noch erhalten bleiben", sagte etwa ein junges Mädchen dem Fernseh-Nachrichtensender "CNN en espanol".

Reuters/AP AP Reuters

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