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Kyoto-Klimaschutzabkommen: China nennt Kanadas Ausstieg "bedauerlich"

Krokodilstränen aus dem Reich der Mitte: Die chinesische Regierung hat den Ausstieg Kanadas aus dem Kyoto-Protokoll als "bedauerlich" bezeichnet.

China hat den von Kanada angekündigten Ausstieg aus dem Kyoto-Klimaschutzabkommen als "bedauerlich" bezeichnet. Der Schritt laufe "den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zuwider", erklärte Außenamtssprecher Liu Weimin am Dienstag. China ist neben den USA der weltweit größte CO2-Emittent, besteht aber darauf, als Entwicklungsland von verbindlichen Verschmutzungsbegrenzungen ausgenommen zu werden.

Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif sieht in Kanadas Entscheidung den Beweis für das Versagen der Staatengemeinschaft beim Klimaschutz. "Letzten Endes dokumentiert Kanada ja nur, dass die vergangenen Jahre keinen Klimaschutz gebracht haben", sagte Latif im Bayerischen Rundfunk. So habe sich der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen seit 1990 um 40 Prozent erhöht. Als letzter Weg bleibe der Ausbau erneuerbarer Energien. Vorbild sei hier Deutschland, wo der Ausstoß seit 1990 um ein Fünftel reduziert worden sei.

Der kanadische Umweltminister Peter Kent hatte am Montag, einen Tag nach dem Ende der Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban, den Rückzug seines Landes von dem Klimaschutzabkommen bekannt gegeben. Kanada ist damit das erste Land, das das Kyoto-Protokoll ratifiziert hat und sich vorzeitig aus dem Abkommen zurückzieht. Mit seinem Ausstieg umgeht das Land Strafzahlungen in Milliardenhöhe für nicht eingehaltene Klimaziele.

Das 1997 vereinbarte Kyoto-Protokoll ist das bislang einzige globale Klimaschutzabkommen, das verbindliche Vorgaben für die Emission von Treibhausgasen macht. Ratifiziert haben es mehr als 190 Staaten, doch gelten die Emissionsvorgaben nur für insgesamt 37 Industriestaaten, nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer wie China oder Indien. Dies hatte Kanada kritisiert.

jwi/AFP / AFP