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Landarbeiter finden Leiche: Entführter kolumbianischer Gouverneur ist tot

Einen Tag nach der Entführung von Luis Francisco Cuéllar durch die Farc-Rebellengruppe ist die Leiche des Gouverneurs mit aufgeschlitzter Kehle gefunden worden. Präsident Alvaro Uribe kündigte eine beharrliche Verfolgung der Guerilla-Organisation an.

Einen Tag nach seiner Entführung ist der kolumbianische Gouverneur Luis Francisco Cuéllar tot aufgefunden worden. Die Kidnapper hätten Cuéllar die Kehle durchgeschnitten, sagte Präsident Alvaro Uribe am Dienstag mit Blick auf die Farc-Guerilla in einer Fernsehansprache. Der Gouverneur des südlichen Departamento Caquetá war am Montag aus seinem Haus in der Provinzhauptstadt Florencia verschleppt worden.

Laut Medienberichten entdeckten Landarbeiter die Leiche des Gouverneurs neben einem ausgebrannten Wagen 15 Kilometer südlich von Florencia. Demnach wies der leblose Körper zahlreiche Schusswunden auf. Caquetás Interimsgouverneurin Olga Patricia Vega sagte, der 69-Jährige habe allem Anschein nach Schwierigkeiten gehabt, mit seinen Entführern Schritt zu halten und sei womöglich deshalb ermordet worden. Ihren Angaben zufolge wurde Cuéllar bereits viermal von der Farc entführt, bevor er Gouverneur wurde. Er ist seit Jahren der erste Politiker in solch herausragender Position, der den Rebellen der Farc-Guerilla zum Opfer gefallen ist.

Präsident Uribe kündigte eine beharrliche Verfolgung der Guerilla-Organisation an. Für Hinweise auf den Aufenthalt Cuéllars hatte die Regierung eine Belohnung von 500.000 Dollar (350.000 Euro) ausgesetzt. Diese Summe soll nun für die Ergreifung der Täter gezahlt werden.

Die 1964 gegründete Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) ist die bedeutendste Rebellenorganisation des Landes. Sie hält etliche Geiseln in ihrer Gewalt, darunter Soldaten und Politiker. Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2002 hatte Präsident Uribe den Rebellen den Kampf angesagt und eine "sichere Demokratie" in Kolumbien versprochen. Er weigert sich, mit den Rebellen zu verhandeln, die die Freilassung von 500 inhaftierten Farc-Mitgliedern im Austausch für ihre Geiseln verlangen. Im vergangenen Jahr war die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt nach sechsjähriger Geiselhaft freigekommen.

AFP/AP / AP