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Libanon: Armee sucht die Entscheidung

Der Kampf um das belagerte palästinensische Flüchtlingslager im Libanon geht offenbar in die letzte Runde: Die libanesische Armee hat Schützenpanzer und Kampfpanzer in Stellung gebracht, im Gebiet um Nahr al Bared wird heftig gekämpft.

Die libanesische Armee bereitet offenbar einen Sturmangriff auf die islamischen Extremisten im Flüchtlingslager Nahr al Bared vor. Am Nordrand des Lagers wurden rund 50 Schützenpanzer und Kampfpanzer in Stellung gebracht. Reporter des Fernsehnachrichtendienstes APTN berichteten, die Einheit bewege sich auf die vorderste Frontlinie des Lagers zu.

Über der bei Tripoli im Nordlibanon gelegenen Siedlung stiegen am Freitagmorgen dichte Rauchwolken auf, während es zu Schießereien zwischen Milizionären der Organisation Fatah Islam und Regierungstruppen kam. Die Mitglieder der Miliz halten sich seit 13 Tagen in dem Lager verschanzt. Am heftigsten waren die Kämpfe an den Eingängen im Norden und Süden des Lagers.

Die Kämpfe sind die schwersten im Libanon seit dem 1990 beendeten Bürgerkrieg. Dabei sind bisher mindestens 83 Menschen umgekommen, davon 20 Zivilisten. Mehr als 25.000 der 40.000 Bewohner des Lagers sind inzwischen in das nahe gelegene Beddawi-Camp geflohen, wo Hilfsorganisationen die Menschen versorgen.

Die libanesische Regierung hat die Extremisten aufgefordert, sich zu ergeben. Die Armee darf auf Grund eines Abkommens aus dem Jahr 1969 das Lager nicht betreten. Jüngst wurden 20 festgenommene Fatah-al-Islam-Kämpfer des Terrorismus angeklagt. Ihnen droht nun die Todesstrafe.

AP / AP