Libyen Gaddafis Sohn lehnt Hinrichtungen ab


In Libyen sind fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt zum Tode verurteilt worden. Sie sollen über 400 Kinder vorsätzlich mit dem Aids-Erreger infiziert haben. Der Sohn von Staatschef Gaddafi will nun ihre Hinrichtung verhindern.

Die Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt in Libyen sollen offenbar nicht vollstreckt werden. Der Sohn des libyschen Staatschefs Muammar el Gaddafi, Seif el Islam Gaddafi, sagte einer bulgarischen Zeitung, es werde keine Hinrichtungen in seinem Land geben. Das libysche Gericht habe ungerechte Urteile verhängt. "Wir wollen keine Hinrichtungen in Libyen, von Libyern oder Bulgaren", zitierte die Zeitung "24 Chassa" Seif el Islam Gaddafi. "Unsere Gesetzgebung sieht die Todesstrafe vor, aber die Hinrichtungen wurden ausgesetzt."

Auf die Frage, ob er dafür eine Garantie geben könnte, antwortete er: "Ich kann Ihnen sagen, dass wir niemanden hinrichten werden." Ein Gericht in Tripolis hatte Mitte Dezember die Todesurteile gegen die sechs Angeklagten bestätigt. Ihnen wird vorgeworfen, in einem libyschen Krankenhaus mehr als 400 Kinder vorsätzlich mit dem Aids-Erreger infiziert zu haben.

Im Ausland gelten die Anschuldigungen als haltlos. Seif el Islam Gaddafi erklärte, das Gericht sei unabhängig gewesen. Es sei jedoch zu falschen Urteilen gekommen, weil Polizisten falsch ermittelt hätten. Für eine Lösung müssten jetzt die Regierungen in Libyen und Bulgarien sowie die Europäische Union zusammenarbeiten.

AP AP

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