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Libyen-Konferenz in Paris: Algerien will Rebellen nach Regierungsbildung anerkennen

Algeriens zweideutiges Auftreten sorgte für Missmut am Tag der Libyen-Konferenz in Paris. Nun kündigt die Regierung in Algier an, die libyschen Rebellen anerkennen zu wollen, soblad eine Regierung gebildet wurde.

Algerien will den oppositionellen Nationalen Übergangsrat in Libyen als rechtmäßige Vertretung des Landes anerkennen, sobald eine legitime Regierung steht. Der Rat habe angekündigt, eine "Regierung zu bilden, die alle Regionen des Landes repräsentiert", sagte der algerische Außenminister Mourad Medelci am Donnerstag dem französischen Radiosender Europe 1. "Sobald er das getan hat, werden wir ihn anerkennen."

Medelci wies zudem den Vorwurf zurück, sein Land habe sich im Libyen-Konflikt widersprüchlich verhalten. Algerien habe niemals erwogen, den bisherigen Machthaber Muammar el Gaddafi aufzunehmen, sagte er kurz vor Beginn der internationalen Libyen-Konferenz in Paris. Algerien war unter anderem in die Kritik geraten, weil es Anfang der Woche Gaddafis Frau und drei seiner Kinder aufgenommen hatte.

Frankreichs Außenminister Alain Juppé sagte dem Sender RTL, Algerien habe während des gesamten Libyen-Konflikts eine "zweideutige Haltung" an den Tag gelegt. Er habe sich mit Algeriens Staatschef Abdelaziz Bouteflika getroffen, der ihm versichert habe, dass mit der Aufnahme der Familienmitglieder Gaddafis lediglich "humanitäre Hilfe" geleistet worden sei. "Ich hoffe, dass sich das bewahrheitet", sagte Juppé.

In Paris tagen am Donnerstag Vertreter von rund 60 Ländern und Organisationen zur Zukunft Libyens, nachdem die Rebellen vor gut einer Woche die Hauptstadt Tripolis erobert hatten. Auch die Spitze der Aufständischen ist in der französischen Hauptstadt vertreten. Der Übergangsrat müsse auf der Konferenz seinen "Plan zum Aufbau der Demokratie" und seine Forderungen und Bedürfnisse darlegen, sagte Juppé.

AFP / AFP