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Libyen: Proteste gegen Gaddafi fordern Todesopfer

Nächster Schauplatz der Unruhen in der arabischen Welt: In ganz Libyen gibt es Proteste gegen Staatschef Muammar al Gaddafi. Mancherorts verliefen sie ohne Zwischenfälle, in anderen Städten gab es nach Oppositionsangaben Opfer zu beklagen.

In Libyen weiten sich die Proteste gegen Staatschef Muammar al Gaddafi auf weitere Teile des Landes aus. Aus Oppositionskreisen hieß es, seit Dienstagabend seien bei Zusammenstößen zwischen Gaddafi-Gegnern und der Polizei insgesamt sieben Menschen ums Leben gekommen. Fünf von ihnen seien in der Stadt Al Baidha getötet worden, zwei in der Stadt Bengasi. Bei einer Protestaktion in der Stadt Al Kubba hätten Demonstranten eine Polizeiwache in Brand gesetzt. Oppositionelle hatten für diesen Donnerstag zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen.

"Du bist uns egal, oh Gaddafi"

Auch aus der Ortschaft Al Zintan südwestlich von Tripolis waren Anti-Gaddafi-Proteste gemeldet worden. In Amateurvideos, die im Internet veröffentlicht wurden, waren Männer zu sehen, die riefen: "Du bist uns egal, oh Gaddafi, Al Zintan hat keine Angst." Dem Vernehmen nach ließ sich die Polizei dort nicht blicken, während sie in Al Baidha in der Nacht alle Demonstranten vertrieb. In Bengasi und Tripolis formierten sich nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen auch zwei Demonstrationszüge von Gaddafi-Anhängern.

In einem über Facebook veröffentlichten Aufruf der Oppositionellen hieß es, Regimegegner sollen sich in allen Städten des Landes zu Kundgebungen versammeln. Die Proteste sollen an die Ereignisse des 17. Februar 2006 erinnern. Damals war eine Demonstration gegen die Mohammed-Karikaturen in Bengasi in eine Protestaktion gegen die libysche Führung umgeschlagen. Es gab Tote und Verletzte.

tkr/DPA / DPA