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Libyisches Gaza-Hilfsschiff "Amal Thea": "Wir halten Kurs"

Wird "Amal Thea" die neue "Mavi Marmara"? Ungeachtet der Warnungen von israelischer Seite hält ein Schiff der libyischen Gaddafi-Stiftung weiter Kurs auf den streng abgeriegelten Gazastreifen. Am Mittwoch wird das Schiff sein Ziel erreichen - doch Israel will den Hilfsfrachter nicht passieren lassen.

Ein libysches Schiff mit 2000 Tonnen Hilfsgütern für die Palästinenser hielt am Montag trotz Warnungen aus Israel weiterhin Kurs auf Gaza. Der Kapitän des unter moldawischer Flagge fahrenden Frachters "Amal Thea", Ajasch Daradschi, wies Berichte zurück, wonach das Schiff die Ladung auf der ägyptischen Sinai- Halbinsel löschen werde. Israel hatte gewarnt, es werde dem Schiff nicht erlauben, nach Gaza zu fahren und damit die Seeblockade zu durchbrechen.

"Wir sind jetzt südlich von Kreta, und wir halten weiterhin Kurs auf den Gazastreifen", sagte der Kapitän am Montag dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. Die Wohltätigkeitsorganisation des Al-Gaddafi-Sohnes Seif al-Islam hatte das Schiff mit Medikamenten, Reis, Zucker und Speiseöl von Griechenland auf die Reise geschickt. An Bord des Frachters, der am Samstag aus dem griechischen Hafen Lavrion ausgelaufen war, sind zwölf Besatzungsmitglieder sowie 15 pro-palästinensische Aktivisten.

Das Schiff wird am Mittwoch vor den Gewässern des Gazastreifens erwartet. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte die Organisatoren aufgefordert, entweder im israelischen Hafen Aschdod oder in Al-Arisch in Ägypten anzudocken und die Hilfsgüter zu entladen, um sie über Land in den Gazastreifen zu bringen.

Israelische Elitesoldaten hatten zuletzt am 31. Mai einen internationalen Hilfskonvoi von sechs Schiffen im Mittelmeer aufgebracht. Bei der gewaltsamen Übernahme des türkischen Passagierschiffes "Mavi Marmara" waren neun Aktivisten aus der Türkei getötet worden. Nach dem Zwischenfall hatte Israel eine seit drei Jahren währende Blockade des Gazastreifens gelockert.

DPA / DPA