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Palästinensergebiet: Israel öffnet Gazastreifen für Politiker

Israel vor einer Wende in der Palästinenserpolitik? Nach dem Lockern der Blockade will die israelische Regierung nun europäische Außenminister in den Gazastreifen einladen. Das kommt überraschend - dem deutschen Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel war noch vor wenigen Tagen die Einreise verweigert worden.

Nur wenige Tage nach dem Einreiseverbot in den Gazastreifen für Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel will Israel offenbar eine hochrangige EU-Delegation in das Küstengebiet lassen. Israels Außenminister Avigdor Lieberman habe seinen italienischen Kollegen Franco Frattini eingeladen, eine Gruppe von europäischen Außenministern anzuführen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag. Die Eingeladenen sollten sehen können, dass es keine humanitäre Katastrophe in dem Küstenstreifen gebe. Sie könnten innerhalb von Wochen eintreffen, dürften jedoch nicht mit Vertretern der radikal-islamischen Hamas zusammenkommen.

Israel hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass es die Landblockade des Gazastreifens lockern und die Lieferung von fast allen Gütern zulassen werde. Ausgenommen sind Waffen und Materialien, die zu ihrer Herstellung dienen. Israel stand seit langem unter Druck, die Blockade des Gazastreifens zu lockern.

Israel fliegt Luftangriffe

Unterdessen hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Freitag Ziele im Gazastreifen angegriffen. Wie ein Militärsprecher der Zeitung "Jerusalem Post" sagte, seien ein Waffenlager im Norden und zwei Schmuggler-Tunnel im Süden des Palästinensergebiets beschossen worden. Bei den Angriffen habe es sich um eine Reaktion auf den erneuten Beschuss des israelischen Grenzgebiets durch militante Palästinenser aus dem Gazastreifen gehandelt.

Am Donnerstagabend waren dem Bericht zufolge zwei Granaten und eine sogenannte Kassam-Rakete aus dem Gazastreifen in der Nähe eines israelischen Kibbuz eingeschlagen. Zuvor hatten radikale Palästinenser bereits das Gebiet südlich der Stadt Aschkelon mit Granaten beschossen. In allen Fällen schlugen die Geschosse in offenem Gelände ein; Verletzte oder Schäden gab es nicht.

ukl/DPA/Reuters / DPA / Reuters