Nach "Mavi Marmara"-Sturm Türkei verbietet Überflug für Israel


Vier Wochen nach dem tödlichen israelischen Angriff auf eine internationale Gaza-Hilfsflotte hat die Regierung der Türkei ihre Forderung einer Entschuldigung erneuert. Gleichzeitig hat das Land den türkischen Luftraum für israelische Flugzeuge gesperrt.

Die türkische Regierung erhöht im Streit um den Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte den Druck auf das israelische Militär. Am Wochenende habe die Türkei einem israelischen Militärflugzeug den Überflug verboten, berichtete die türkische Tageszeitung "Hürriyet" am Montag in ihrer Online-Ausgabe. Ankara setze damit erstmals eine frühere Entscheidung um, die 2009 nach dem Einmarsch Israels in den Gazastreifen getroffen worden war.

Die israelische Zeitung "Jediot Ahronot" schrieb am Sonntag, die Türkei habe einem israelischen Flugzeug mit mehr als 100 Offizieren an Bord die Nutzung ihres Luftraums verwehrt. Die Offiziere wollten zu einem Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz nach Polen fliegen. Die Maschine habe einen Umweg nehmen müssen, berichtete das Blatt. Die israelischen Streitkräfte hätten offiziell nicht auf den Vorfall reagiert, um die Spannungen mit der Türkei nicht weiter anzuheizen.

Die Beziehungen der Türkei zu Israel hatten sich erneut verschlechtert, nachdem israelische Soldaten Ende Mai das türkische Hilfsschiffs "Mavi Marmara" erstürmt und neun türkische Gaza- Aktivisten getötet hatten. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte Israel am Wochenende beim Gipfeltreffen der G-20 in Toronto erneut zu einer Entschuldigung auf.

DPA/APN DPA

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